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Herzlich willkommen im Blauen Salon |
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Schnäppchenjagd per Inserat
Der Ausgewogenheit halber auch noch andersherum
Nicht oft lese ich solche Anzeigen. Aber wenn ich sie lese, dann beschleicht mich ein beklemmendes Gefühl. Ich habe die meisten dieser Attribute nicht und doch bin ich seit vielen Jahren glücklich verheiratet. Die Jahres- und Zentimeterangaben, das zur Schau stellen der positiven Eindrucks täuschen darüber hinweg, dass er ein Morgenmuffel sein kann, dass sie eine zickige Quasselstrippe ist. Die Kandidaten und Kandidatinnen sind hochglanzpoliert, zur Schau herausgeputzt und präsentieren Vorzüge ohne Schwachpunkte.
Mit Bild ... natürlich, wir sind ja visuell beurteilende Zeitgenossen. Man macht sich so seine Gedanken und entwirft im Stillen, rein spaßeshalber, seine eigene Annonce.
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Auch das ist medizinische Literatur. Das Vorwort der Verfasser ist mit <Heil Hitler> unterschrieben ein paar Zitate aus dem Abschnitt XVI, Erbgesundheits- und Rassenpflege ... die Erbgesundheits- und Rassenpflege ist die wichtigste Aufgabe der Gesundheitsämter und in ihrer vorsorgenden Richtung ein grundsätzlicher Fortschritt der nationalsozialistischen Staatsführung gegenüber der nachhinkenden Gesundheitsfürsorge des Liberalismus. ... das Gesundheitsamt ist verpflichtet, praktische Erb- und Rassenpflege zu treiben. ... die Beratungsstellen sind ferner zur Untersuchung und Begutachtung derjenigen Ausländer heranzuziehen, die die Einbürgerung im Deutschen Reich beantragt haben. Dabei sollen sie erbbiologisch belastete oder sonst rassistisch nicht zum deutschen Volkstum gehörende Personen durch ablehnende Stellungnahme von dem deutschen Volkskörper fernhalten. ... bei Ausübung ihrer Tätigkeit werden sie körperlich und seelisch Untaugliche von der Ehe und Zeugung möglichst abzuhalten suchen, um unerwünschten Nachwuchs auch über den Rahmen des Gesetzes zur Verhütung erkranken Nachwuchses hinaus zu verhindern und eine Aufartung des deutschen Volkes zu erreichen. Diese Texte kommentieren sich selber. Neben diesem schändlichen Abschnitt wurden wirkungsvolle Verordnungen zu seuchenhygienischen und gesundheitspolitischen Maßnahmen gegeben. Eine weit verbreitete Krankheit dieser Zeit war die Tuberkulose. Dementsprechend ausführlich widmete sich das staatliche Gesundheitssystem diesem Krankheitsbild. Das postkartengroße 190 Seiten Büchlein war Fachliteratur ausschließlich für den Dienstgebrauch. In meinem vorliegenden Exemplar sind auf vielen Seiten Notizen mit Bleistift eingefügt. Für den Anwender wichtige Passagen sind unterstrichen. Hier zwei unterstrichene Passagen aus der Gebührenordnung: ... Besichtigung einer Wohnung, eines Gebäudes, einer Wasserversorgungsstelle, einer gewerblichen Anlage, eines verdächtigen oder verseuchten Schiffes, einer Privatkranken-, Entbindungs- oder Irrenanstalt und dergleichen, einschließlich einer kurzen gutachtlichen Äußerung ... Gebühr 5 bis 20 Reichsmark ... Gutachten über Geisteskranke, Blinde, Epileptische, Idioten, Taubstumme zwecks Aufnahme in eine Anstalt ... Gebühr 6 bis 25 Reichsmark Interessant sind die beiden Stempel auf der ersten Innenseite des Bändchens. Da ist zum einen das Siegel <Staatliches Gesundheitsamt> mit dem Reichsadler und dem Hakenkreuz. Das Hakenkreuz ist mehrfach mit Tinte durchgestrichen. Daneben das zweite Siegel versehen mit einer Unterschrift. Lesbar nur <Gesundheitsamt> darunter das bayerische Rautenwappen. Die Archivierungsnummern <No 64> unter dem Hakenkreuzstempel und <Nr. 44> unter dem Rautenstempel sagen uns, dass dieses Büchlein auch noch nach 1945 im Gesundheitsamt archiviert wurde und logischerweise auch benutzt wurde. |
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Setz dich hin und hör mir zu Viel ist es nicht, was ich dir zu sagen habe. Nur, - es ist wichtig! Jedenfalls zu wichtig um es im Stehen zu erzählen. Mach es dir bequem, - ist ein italienisches Sitzmöbel, gefällt es dir? Deine Meinung interessiert mich. Ich möchte einen Roman schreiben, habe aber keine Idee wie ich beginnen soll. Oh ja, das ist ein Problem. Ich komme einfach nicht über die ersten Sätze hinaus. Habe ich sie endlich aufgeschrieben verwerfe ich den Text im nächsten Augenblick. So kann das nicht weitergehen. Was mir am Vorabend noch gefallen hat wird am nächsten Morgen zusammengeknüllt in den Papierkorb verbannt um Stunden später hervorgezerrt zu werden. Ich bin so unglücklich. Fünf Jahre quäle ich mich damit herum. Viele Romane mit meinen verworfenen Anfängen sind schon erschienen, und ich habe immer noch keinen vollendet! Was mache ich falsch? Bitte - sag nichts, hör mir nur zu! 'Ich nehm jetzt einfach einen Anfang, den behalte ich!' Mit diesem forschen Gedanken setze ich mich nieder. Befreit von der Last des fehlenden Anfangs entwickele ich Szene um Szene um spätestens in den Abendstunden des gleichen Tages meinen Vorsatz zu verwerfen. So geht es Tag für Tag. Ich habe mir überlegt ob ich nicht ein Buch schreiben soll über den ersten Satz. Material sammelt sich seit Jahren in meinem Papierkorb an. Aber, auch hier das gleiche Dilemma! Wie beginne ich? Selbst das Buch der Bücher habe ich zu Rate gezogen, willkürlich herausgegriffen habe ich Textpassagen. Wie? Nein, nicht die Bibel, das Telefonbuch! Dein spöttisches Lächeln habe ich erwartet.
apropos Telefonbuch! wann gab es das erste Telefonbuch?
Das erste Fernsprechbuch in
Deutschland erschien 1881 in Berlin und wurde wegen der relativ geringen
Anzahl der Telefonteilnehmer "das Buch der 94 Narren" genannt." |
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Was ist ein Feuilleton? Recherchieren wir ein bisschen. Meist wird der Name <Feuilleton> für kulturelle Zeitungsartikel hergenommen. Ist es das? Nein! Was isses dann, das Feuilleton? Nehmen wir die Enzyklopädie zur Hand: frz. <blättchen> der kulturelle Teil einer Zeitung... in dem literarische, allgemeine künstlerische, wissenschaftliche und kulturpolitische Themen behandelt werden, und zwar berichtend wie auch kritisch (Film- u. Theaterkritik, Buchbesprechungen) ; umfasst auch den Fortsetzungsroman. Das stand unter Punkt 1. aber es kommt noch ein Punkt 2. Schauen wir weiter. Kürzerer Beitrag über Themen verschiedener Art, die in einem leichten, anmutigen, "feuilletonistischen Stil" behandelt werden; als literarischer Gattungsbegriff der "Kleinen Form" anerkannt; 1800 eingeführt für vom Text abgesetzte ("unterm Strich") Bühnenkritiken. Und jetzt haben wir noch den Begriff <Feuilletonismus> , ja, den gibt es! Eine journalistische Darstellungsart zwischen Bericht und Dichtung; sie versucht Einzelheiten und Momente von Interesse so zu kombinieren, dass menschlich-persönliche Betrachtung Vorrang vor dem nur objektiv Geschilderten erhält. Abwertend gebraucht, bedeutet "Feuilletonismus" unangemessene Anwendung des Feuilletonstils oder Oberflächlichkeit. kapiert?
Meine Version: leicht sahnig, bisschen schelmisch, mal mit Tiefgang mal oberflächlich plätschernd. Gelegentlich mutig, dann wieder launenhaft, immer interessant! Das ist ein Feuilleton! Bis zum nächsten mal.
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Internationale Ärzte gegen den Atomkrieg Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) will den erhöhten Krebsraten in der Umgebung von bayerischen Kernkraftwerken nachgehen. Dies ist das Ergebnis eines Arbeitstreffens von Vertretern des Bundesamtes, der atomkritischen Organisation Internationale Ärzte gegen den Atomkrieg (IPPNW), dem Umweltinstitut München und der Gesellschaft für Strahlenschutz. Dabei hat das BfS bestätigt, dass in der Nähe von bayerischen Kernkraftwerken die Krebshäufigkeit bei Kindern um mehr als 20 Prozent erhöht ist. Die Zusammenhänge seien zwar nicht erwiesen, die Beobachtung der Kernkraftwerke werde jedoch fortgesetzt und auf alle deutschen Standorte erweitert. Zusätzlich sollen die Ursachen für das gehäufte Auftreten von Tumoren bei Kindern durch eine Fallkontrollstudie erforscht werden. Was hat das nun alles mit der Skulptur < Beatrice > zu tun?
Da wird Statistik zur Dünnbrettbohrerei !
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<Loch> ... spärlich spärlich
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ein wissenschaftliches Problem des 18. Jh. Hatte Eva einen Nabel? "Genug, Adam und Eva sind nicht gebohren, sondern gemacht, nicht gezeuget, sondern geschaffen worden, und wer hieran zweifelt, der ist kein würdiges Glied der Kirche, sondern wird kraft meines Amtes dem Teufel übergeben. Von dieser Wahrheit gibt der heilige Geschichtsschreiber Moses in seinem Buche von der Erzeugung das allerbewährteste Zeugnis. Da es nun eine unumstößliche Wahrheit bleibet: daß unsere ersten Stammväter nicht gebohren worden sind, so muß es auch wahr sein, daß sie keinen Nabel nöthig gehabt haben. Denn da dieselben niemals im Mutterleibe verborgen gewesen sind, so hat ihnen fraglich keine Nabelschnur zu statten kommen dürfen. Haben sie nun keine Nabelschnur nöthig gehabt, so haben sie auch keinen Nabel, als dessen Überrest derselbe ist, besitzen können
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Das Grenzgebiet zwischen Medizin und Literatur hat mich beschäftigt. Ein interessantes Terrain. Fachpublikationen vergangener Jahrhunderte offenbaren einen tiefen Einblick nicht nur in die damalige wissenschaftliche Arbeit. Sie vermitteln auch die literarische Aufarbeitung jener Zeit. Dabei habe ich den Eindruck, dass das Literarische in der Vergangenheit besser beherrscht wurde als heute. Das beschreibende Element wurde stärker gepflegt. Das Buch, dass ich vorstellen möchte, ist keine Fachpublikation, obwohl es für Mediziner geschrieben ist. Der Arzt in unserer Zeit tut gut daran sich seiner Historie zu stellen und seinen Beruf aus dieser Geschichte heraus zu begreifen. Dieses Buch, das ein ganzes Jahrhundert Revue passieren lässt, ist dafür ein phantastischer Einstieg. Im Jahre 1876 wurde es im Verlag von F. C. W. Vogel in Leipzig erstmals aufgelegt mit dem Titel Hundert Jahre später 1978 erschien die Reprintausgabe im Springer-Verlag Berlin Heidelberg New York - ISBN 3-540-08751-6
es geht weiter mit der Charakterisierung des Chirurgen
So besehen war der Chirurgenstand alles andere als angesehen. Zwischen dem akademisch gebildeten Arzt und dem Chirurgen klafften Welten. Und das in der Mitte des 18. Jahrhunderts! Ein weiteres Zitat gibt Aufschluss über die Ausbildungsqualitäten des Chirurgen jener Zeit.
wir erfahren, dass der Chirurg keine akademische Ausbildung hatte sondern ein Handwerk ausübte. Sicher waren fortschrittliche Kreise bemüht die Ausbildung der Wundärzte zu verbessern. Dazu ein Ratschlag aus jener Zeit.
Offenbar konnte man sich im 18 Jahrhundert nicht zu durchgreifenden Veränderungen durchringen. Es wird bemerkt, dass auf Grund der politischen Lage vom Reichstag nichts zu erhoffen sei. Diese Zitate können nur einen winzigen Einblick in jene Zeit geben. In mehreren Kapiteln werden die unterschiedlichsten Blickwinkel beleuchtet. Vom ‘Marktschreier’ über ‘Notizen über Hospitäler’ bis hin zur ‘Französischen und englischen Kriegschirurgie’. Dieses Buch führt dem Leser vor Augen welch einem Wandel sich die Medizin in den letzten zweihundert Jahren unterzogen hat.
Das lässt mich zu einem nächsten Gedanken kommen... Jetzt im neuen Jahrtausend stehen wir vor einer immensen Herausforderung. Schlagwort ‘Gentechnologie’. Bei allem Respekt vor den vielfältigen Meinungen und der sehr ernst geführten Diskussion. Hier entsteht ein neues Forschungsgebiet, dass sich weder durch Politik noch durch religiöse Auffassung verhindern lässt. Wer der Wissenschaft den ethikbehafteten Hemmschuh anziehen will, der wird sich fragen lassen müssen, warum die Erde keine Scheibe mehr ist. Vorauseilende Wissenschaftler wurden in der Historie allzu schnell in die Ecke des Scharlatans gestellt. Trotzdem wurde keine Atombombe verhindert. Auch die Kirche hat sich in der Geschichte zweifelhafter Methoden bedient um ihren Machtanspruch durchzusetzen. Mit einem ‘mea culpa’ kann das nicht aus der Welt geschafft werden. Einmal ist immer ‘das erste mal’. Die Amerikaner waren es in Hiroshima, Prof. Barnard war es in Kapstadt und Konrad Röntgen in Würzburg! Sobald die Wissenschaft Neuland betritt wird sie sich erklären müssen. Sie wird Rede und Antwort geben müssen. Was sie nicht muss... sie muss sich nicht rechtfertigen!
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