Das letzte Feuilleton zum
Jahresende möchte ich einem Schriftsteller widmen.
Stanislaw Jerzy Lec
(1909 - 1966)
- Ich fand unter
meinen Manuskripten alte Satiren, die die Redakteure seinerzeit ihrer
Naivität wegen verworfen hatten. Heute wäre es sinnlos, sie drucken zu
lassen. Ihr Inhalt ist Wirklichkeit geworden
In dem Band
SÄMTLICHE UNFRISIERTE GEDANKEN stehen viele solcher Aphorismen,
Epigramme und Minimalsatiren.
Lec ist Pole, in
Lemberg geboren, in Wien aufgewachsen. Konzentrationslager, danach
untergetaucht bei polnischen Partisanen. Nach dem 2. Weltkrieg
Presseattaché in Wien. Nach einem kurzen Aufenthalt in Israel kehrte er
1952 nach Warschau zurück.
Seine Sätze sind
bitterer Zeitgeist und grandiose Poesie. Mit Genuss lese ich die
"unfrisierten Gedanken" und fühle die enorme Lebensweisheit.
Wozu die Wahrheit
erforschen. Ist's nicht genug, dass wir sie erleben?
Wer in seinen
Aphorismen träumt sieht eine intensivere Welt.
Große Tragödien
vergießen Blut, nicht Tränen.
Neben zynischen Sätzen
lesen sich so manche Quergedanken Unbegreifliches wechselt sich ab mit
überraschend gestellten Fragen.
Wer war
Kultusminister zur Zeit Shakespeares?
ISBN
3-7254-1141-7 Lizenzausgabe Sanssouci Verlag AG, Zürich