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Das Internet - Feuilleton von Fabrizius
Jahresende 2001

Herzlich willkommen im Blauen Salon

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Das letzte Feuilleton zum Jahresende möchte ich einem Schriftsteller widmen.

Stanislaw Jerzy Lec (1909 - 1966)

Ich fand unter meinen Manuskripten alte Satiren, die die Redakteure seinerzeit ihrer Naivität wegen verworfen hatten. Heute wäre es sinnlos, sie drucken zu lassen. Ihr Inhalt ist Wirklichkeit geworden

In dem Band SÄMTLICHE UNFRISIERTE GEDANKEN stehen viele solcher Aphorismen, Epigramme und Minimalsatiren.

Lec ist Pole, in Lemberg geboren, in Wien aufgewachsen. Konzentrationslager, danach untergetaucht bei polnischen Partisanen. Nach dem 2. Weltkrieg Presseattaché in Wien. Nach einem kurzen Aufenthalt in Israel kehrte er 1952 nach Warschau zurück.

Seine Sätze sind bitterer Zeitgeist und grandiose Poesie. Mit Genuss lese ich die "unfrisierten Gedanken" und fühle die enorme Lebensweisheit.

Wozu die Wahrheit erforschen. Ist's nicht genug, dass wir sie erleben?

Wer in seinen Aphorismen träumt sieht eine intensivere Welt.

Große Tragödien vergießen Blut, nicht Tränen.

Neben zynischen Sätzen lesen sich so manche Quergedanken Unbegreifliches wechselt sich ab mit überraschend gestellten Fragen.

Wer war Kultusminister zur Zeit Shakespeares?

 

ISBN 3-7254-1141-7 Lizenzausgabe Sanssouci Verlag AG, Zürich


 
 

Ich habe keine Zeit

In diesem Feuilleton wird kein Rückblick und keine Zusammenfassung des Jahres 2001 veröffentlicht. Die Welt dreht sich ohne Rückblick und Ausblick unaufhörlich weiter. Zeit selbst ist unendlich, lediglich die Einteilung wurde von Menschen geschaffen. Wird ein Menschenleben in Jahren gesehen so können Naturereignisse heute in Nanosekunden gemessen werden. Die Hundertstelsekunde entscheidet über einen Sieg, der Bruchteil eines Wimpernschlags über Leben und Tod.