Diese Welt ist so
schön und doch so grausam
Eigenartig ist das schon was um einen
einzelnen Menschen für ein Aufhebens gemacht werden kann. Da ist es
egal, ob es ein Entführungsopfer, ein neugeborener Prinz oder der Papst
ist. Die ganze Welt schaut zu, bangt mit und fiebert einem Ereignis
entgegen. Millionen werden dafür ausgegeben und Millionen werden damit
verdient.
Währenddessen kämpft ein namenloser
Fischer im ehemaligen Tsunami-Gebiet ums nackte Überleben, niemand
interessiert sich für ihn. Selbst die damals reichlich geflossenen
Spenden kommen bei ihm nicht an, sie werden von korrupten
Geschäftemachern abkassiert. Die Medienkolonne ist weiter gezogen, es
lässt sich kein Geld mehr damit verdienen, also hat sie das Interesse
daran verloren.
Gewaltige Verbrechen an der Menschheit
werden vom mächtigsten Mann der Welt so ganz nebenbei bestätigt. Ohne
mit der Wimper zu zucken, ohne auch nur eines kleinen Fünkchens
Unrechtsempfinden werden diese Ungeheuerlichkeiten den
sensationsheischenden Medien vorgeworfen. Politiker sind empört,
Moralisten und Menschenfreunde wettern dagegen und können doch nur heiße
Luft ablassen. Macht kennt keine Menschlichkeit, sie kennt nur
Eigeninteresse, ob im Libanon, Afghanistan oder Sudan. Jetzt schickt
sich eine Interessenlobby an immer mehr deutsche Soldaten in die
Krisengebiete der Welt zu senden.
Nein, wir sind aus unserer Vergangenheit
nicht klüger geworden, eher ein Stückchen größenwahnsinniger.
Der Eine bastelt standesgemäß mit
Genehmigung der internationalen Atombehörde an der Urananreicherung, der
andere will das gleiche tun, darf es aber nicht.
Mit Plausibilität und logischem Denken
kommen wir bei solchem Nukleargeschacher nicht weiter, weil wir uns in
einer verzwickten Diplomantensprache verheddern und bald nicht mehr
wissen warum wer was macht oder verbietet.
Wir ekeln uns standesgemäß und lassen
kluge Sprüche über Gammelfleisch und Döner-Mafia ab, es wird dementiert
und Schuld hin und her geschoben. Keiner will was gewusst haben. Die
Ämter verschanzen sich hinter Paragraphen während sich unsere
Parlamentarier um Kompetenzen streiten. Tonnen von Fleisch vergammelt in
den Kühlhäusern einer übersättigten Gesellschaft während auf der anderen
Seite der Welt Kinder sterben weil sie nichts zu essen haben.
Es ist eine verkehrte Welt, schön und
grausam, machtbesessen und machtlos. Wir gehören alle dazu.