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Das Internet - Feuilleton von Fabrizius
Januar - Juni 2007

 Herzlich willkommen im Blauen Salon

   

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Das Wetter

Wetter gibt es immer, fragt sich nur welches.

Wenn wir uns erinnern, dann waren früher Gespräche übers Wetter eher Verlegenheitskonversationen. "Schönes Wetter heute", oder "Wie war das Wetter", waren so allgemeine Floskeln ohne dass einem das wirklich interessiert hätte. Leute, die sich nicht viel zu sagen hatten und sich trotzdem gegenüber saßen, brachten das Gespräch gerne mal aufs Wetter.

Heute ist das ganz anders, da redet man nicht mehr lapidar übers Wetter im Allgemeinen, nein, das wird hochemotional. Da fallen so Begriffe wie "Klimawandel" und "Abschmelzen der Polkappen". Das sind dramatische Ereignisse, die selbst unsere Boulevardpresse positioniert und vermarktet. Klimaberichte, für die sich früher keine Sau interessierte, werden heute sehr engagiert und enthusiastisch diskutiert. Grosse und kleine Fachleute reden sich die Köpfe heiß, beschwören Szenarien, die einer Apokalypse sehr nahe kommen.

Es ist nicht einfach zu verstehen, wenn in Mecklenburg Vorpommern eine Hitzewelle die andere jagt und auf Mallorca Strickjacken und Pullover die Verkaufsrenner sind.

Vom Fernsehen kennen wir das ja Alles. Da sind im Frühjahr einige Tiefdruckgebiete über dem Atlantik,  die das typische Aprilwetter bestimmen. Aber heuer, was war da los, weit und breit kein Tiefdruckgebiet, ein behäbiges Hoch setzte sich über Nord- und Mitteleuropa fest und versprühte am Niederrhein mediterranes Klima und in Südspanien goss es aus Kübeln. Der Bauernverband prognostizierte eine Dürrekatastrophe und schrie nach staatlichen Subventionen während Mallorcaurlauber ihre Reiseversicherungen wegen des vielen Regens bemühten.

Selbst Präsident Georg W. Bush nahm sich den Arnold Schwarzenegger zum Vorbild und registrierte plötzlich einen Klimawandel.

Des einen Freud, des Anderen Leid, das ist unser Wetter.

Es ist gigantisch wie exakt und mit welchen Meßmethoden wir die Atmosphäre und die Stratosphäre abhören können. Jedes letzte Fitzelchen unseres Planeten ist abbildbar, da werden Röntgenstrahlen durch das All gejagt, Satelliten beobachten jedes kleinste Wölkchen, Computer berechnen Luftdruck und Windgeschwindigkeiten. Über alles wissen wir Bescheid, nur ... ändern können wir das Wetter nicht.

Wir können nur vernünftiger mit unserem Lebensraum umgehen. Stichworte wie "Treibhausgase" und "Luftverschmutzung" sind in aller Munde, aber nehmen wir sie wirklich Ernst?

 

     
   

 

Kreativität ist …

 

die Fähigkeit des Menschen Neues zu schaffen.
Im Online-Lexikon "Wikipedia" steht als erster Satz:
"Kreativität bezeichnet die Fähigkeit schöpferischen Denkens und Handelns."
In einer Zeit, in der wir einer enormen Reizüberflutung durch die Medien ausgesetzt sind wird die eigene Kreativität nicht gefördert, wir konsumieren mehr als das wir kreieren.
Maler, Bildhauer, Musiker, Komponisten und Schriftsteller stellen sich diesem Phänomen entgegen und versuchen Neues zu schaffen. Oft ist dieser Weg steinig und entbehrungsreich. Gesellschaftliche Anerkennung und die Möglichkeit von ihrer Kunst zu leben schaffen nur Wenige.
Trotzdem bleiben sie ihrem Weg treu. Immer hoffen sie, dass irgendwann der Durchbruch kommt, dass irgendwann ihre Kunst die Anerkennung findet, die sie sich wünschen.
Sie wollen Menschen mit ihrer Arbeit faszinieren.
Warum ist das so schwierig
Zwei Antworten gibt es dafür:
Entweder ist die Kunst nicht gut genug um Menschen anzusprechen, oder die Gesellschaft ist nicht fähig Kunst gebührend anzuerkennen.
Dabei ist Kreativität nicht nur in der Kunst gefragt, auch im Alltag heben sich kreative Menschen von der Masse ab. Da gibt es den Schreiner, der mit viel Liebe eine Vitrine baut, die Köchin, die ein wunderbares Menü zusammenstellt, die Verkäuferin, die ein Geschenk mit viel Phantasie einpackt.
Jedem von uns ist die Kreativität in die Wiege gelegt. Kinder können noch spielerisch damit umgehen, Normen sind ihnen fremd. Wer einmal einem "Dreikäsehoch" zuschaut, wie er mit Farbkreide Figuren auf den Asphalt malt, der wird erkennen, dass da eine ganze Menge Phantasie mitschwingt.
Wir Erwachsenen denken in Kategorien, uns ist ein Großteil von Spontaneität verloren gegangen.
Pablo Picasso, einer der größten Künstler unserer Zeit, sagte einmal: "Als Kind ist jeder ein Künstler. Die Schwierigkeit liegt darin, als Erwachsener einer zu bleiben."
Eigentlich wünschen wir uns doch alle Kreativität im Alltag, warum nur fällt es uns so schwer daran zu glauben?
Der erste Schritt, den wir tun müssen ist anders zu denken.
Die Alltagsfloskel "wie geht es dir" ist ein Paradebeispiel einer gedankenlosen Frage. Niemand erwartet eine detaillierte Antwort. Warum fragen sie nicht mal: "Wie geht es deiner Seele?" Sie werden sofort die Aufmerksamkeit ihres Gesprächspartners geweckt haben. Zumindest ist er erstaunt über ihre Frage. Das ist ein erster Schritt zur Kreativität. Die Gedanken kreisen um diese kleine Frage, sie ist anders formuliert als es die Norm vorgibt und beschäftigt dadurch ihr Gegenüber mit Sicherheit viel intensiver.
"Wie geht es deiner Seele?"

 

     

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Vom Austeilen und nicht einstecken können

 

Es gibt eine ganz besondere Spezies Mensch, die trefflich auf diese Aussage passt. Nein, die Lehrer sind es diesmal nicht, obwohl ... na ja, ich bleibe dabei, sie sind es nicht.
Die hochwürdige Geistlichkeit? Nur bedingt, möchte ich mal sagen, nur bedingt. Genau, jetzt haben sie es! Haha, die Politiker. Oh manno, da haben wir uns aber was eingehandelt. Gibt es da nicht Solche und Solche? Ne gibt es nicht, von der Sorte gibt es nur Solche, wobei wir jetzt bei den Charaktereigenschaften angelangt wären. Doch, den haben sie, jedenfalls die meisten. Das denke ich schon. Charakter heißt ja nicht zwingend das Besagter auch ehrenwert und honorig sein muss. In den vergangenen Monaten führten uns gewisse „Volksvertreter“ einen Politrock der Extraklasse vor. In dutzenden von Medienberichten konnten wir erfahren wie hinterfotzig und durchtrieben jedwede Politik sein kann. Eines haben alle Politischen gemeinsam, sie wollen wieder gewählt werden.
Aber wir wollen ja das "Austeilen und nicht Einstecken können" näher betrachten. Die Brust des Politikers ist immer dann in schönster Hahnenkampfmanier geschwellt, wenn er dem Volke Wohltaten und Eigenlobpreisungen verkünden kann. Die Zeitungen sind voll davon. Das Eindreschen auf den politischen Gegner ist so was wie Volkssport. Aber wehe es kommt "Gegenwind", dann verschanzt sich diese Kaste hinter fadenscheinigen Geheimsitzungen und schiebt alle Verantwortung weit von sich. Sie wussten nichts, sie  sahen nichts, sie hörten nichts, immer waren es die Anderen. Ein typischer Zustand den der Volksmund mit "Drückeberger" beschreibt. Würde und Anstand bleiben auf der Strecke, Verlogenheit und Kungelei ersetzen politisches Handeln. "Feigling" ist das mindeste was man ihnen zurufen muss. Mächtige und Mächtigste Männer, die sonst über alles informiert sind, sind plötzlich ahnungslos, wenn es um ihren eigenen Machterhalt geht. Das ist schon ein Phänomen, wie leicht ihnen diese Phrasen über die Lippen gehen. „Ich habe davon nichts gewusst.“ Das ist eine Satzaussage, die alleine gelesen absolut unspektakulär ist. Oder noch hinterfotziger, sie lassen dementieren und haben das Bauernopfer längst ausgeschaut. Da zieht einer die Fäden viele lange Jahre, hält sich für den begnadetsten Dirigenten aller Zeiten und bekundet immer dann von nichts bewusst zu haben, wenn es seinem eigenen Ego gefährlich werden könnte.
(Anmerkung des Autors: Ähnlichkeiten mit tatsächlich lebenden Personen Feiglingen sind nicht rein zufällig)