Wenn wir uns erinnern, dann waren früher
Gespräche übers Wetter eher Verlegenheitskonversationen. "Schönes Wetter
heute", oder "Wie war das Wetter", waren so allgemeine Floskeln ohne
dass einem das wirklich interessiert hätte. Leute, die sich nicht viel
zu sagen hatten und sich trotzdem gegenüber saßen, brachten das Gespräch
gerne mal aufs Wetter.
Heute ist das ganz anders, da redet man
nicht mehr lapidar übers Wetter im Allgemeinen, nein, das wird
hochemotional. Da fallen so Begriffe wie "Klimawandel" und "Abschmelzen
der Polkappen". Das sind dramatische Ereignisse, die selbst unsere
Boulevardpresse positioniert und vermarktet. Klimaberichte, für die sich
früher keine Sau interessierte, werden heute sehr engagiert und
enthusiastisch diskutiert. Grosse und kleine Fachleute reden sich die
Köpfe heiß, beschwören Szenarien, die einer Apokalypse sehr nahe kommen.
Es ist nicht einfach zu verstehen, wenn
in Mecklenburg Vorpommern eine Hitzewelle die andere jagt und auf
Mallorca Strickjacken und Pullover die Verkaufsrenner sind.
Vom Fernsehen kennen wir das ja Alles. Da
sind im Frühjahr einige Tiefdruckgebiete über dem Atlantik, die das
typische Aprilwetter bestimmen. Aber heuer, was war da los, weit und
breit kein Tiefdruckgebiet, ein behäbiges Hoch setzte sich über Nord-
und Mitteleuropa fest und versprühte am Niederrhein mediterranes Klima
und in Südspanien goss es aus Kübeln. Der Bauernverband prognostizierte
eine Dürrekatastrophe und schrie nach staatlichen Subventionen während
Mallorcaurlauber ihre Reiseversicherungen wegen des vielen Regens
bemühten.
Selbst Präsident Georg W. Bush nahm sich
den Arnold Schwarzenegger zum Vorbild und registrierte plötzlich einen
Klimawandel.
Des einen Freud, des Anderen Leid, das
ist unser Wetter.
Es ist gigantisch wie exakt und mit
welchen Meßmethoden wir die Atmosphäre und die Stratosphäre abhören
können. Jedes letzte Fitzelchen unseres Planeten ist abbildbar, da
werden Röntgenstrahlen durch das All gejagt, Satelliten beobachten jedes
kleinste Wölkchen, Computer berechnen Luftdruck und
Windgeschwindigkeiten. Über alles wissen wir Bescheid, nur ... ändern
können wir das Wetter nicht.
Wir können nur vernünftiger mit unserem
Lebensraum umgehen. Stichworte wie "Treibhausgase" und
"Luftverschmutzung" sind in aller Munde, aber nehmen wir sie wirklich
Ernst?