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Das Internet - Feuilleton von Fabrizius
Juli - August 2007

 Herzlich willkommen im Blauen Salon

   

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Wenn ein Buch fesselt
Erschienen ist das Buch im Jahr 2000 und schon bald gab es die deutsche Übersetzung. Seit dem stand der Roman "Die Augen der Tuareg"  von Alberto Vázquez-Figueroa in meinem Regal. Ich hatte Angst dieses Buch zu lesen. Vor fast 20 Jahren schrieb der gleiche Autor einen ähnlichen Roman mit dem Titel "Tuareg", den ich damals mit einer Begeisterung in einer Nacht durchlas. Nie mehr habe ich ein so spannendes und ergreifendes Buch gelesen. Es erschien mir unmöglich, dass der gleiche Autor nach den vielen Jahren an seinen grandiosen Roman von damals anknüpfen konnte. Immer wieder schlich ich um das Buch, ich traute mich nicht es zu lesen, weil ich davon überzeugt war, dass ich enttäuscht sein würde. Dann las ich es … in einer Nacht durch. Der neue Roman "Die Augen der Tuareg" war genau so grandios geschrieben wie der alte. Das Buch packte mich, es lies mich nicht mehr los. Die gleiche Faszination, die Spannung bis zum Äußersten getrieben, die gewaltige Sprache. Mein Herz schlug schneller, ich hielt den Atem an und war mitten drin in einer verwegenen Dramatik. Es war alles genau so wie vor zwanzig Jahren, als ich "Tuareg" las". In Nichts steht der neue Roman dem alten nach. Kaum hatte ich das neue Buch zu Ende gelesen schon suchte ich seinen Vorgänger. Nun liegen beide vor mir. Schon damals stellte ich mir die Frage, wie ein Schriftsteller so intensiv und authentisch schreiben kann. Alberto Vázquez-Figueroa wuchs in der Wüste bei den Tuareg auf, er beschreibt in seinen beiden Büchern dieses stolze Nomadenvolk, er macht uns ihr Denken und ihr Handeln verständlich.
Da steht so ein Buch sieben Jahre im Regal, fast schon vergessen und dann entwickelt sich eine Dramatik, die nicht vorhersehbar ist. Irgendjemand hat mich mal einen "Bücherbesessenen" genannt, manchmal frage ich mich, ob das stimmt.
 
     
   
 
Treffpunkt Bierzelt
Ein Sommerfest jagt das Andere, ob Dorffest, Weinhügel- oder Feuerwehrfest. Eines haben sie neben dem Bier alle gemeinsam, die Festzeltmusik.
Oh wie schmetterten früher die Blaskapellen ihre Märsche und Polkas über das biergeschwängerte Publikum. Heute wummern die Bässe, tausendfach elektronisch verstärkt, durch Mark und Bein. Auf der Bühne sieht man zwischen Rauchschwaden und Verstärkertürmen studiogebräunte Matschgerl mit Gitarre und Schlagzeug, die sich redlich abmühen das Publikum in ihren Bann zu ziehen. An der Lautstärke kann es nicht liegen. Die ersten Tischreihen vor der Bühne sind leer. Mit gutem Grund, die Lautsprecherboxen würden jedes Trommelfell zerfetzen. Ein richtiger Wettstreit ist im Gange. Drüben plärren die Boxen des Autoskooters über die Los- und Pommesbuden während ein pickeliges Bleichgesicht mit Baseballmütze am Regiepult die Bassregler nach oben schiebt. Selbst draußen vor dem Bierzelt flattern die Magenwände der Festbesucher.
Die E-Gitarre verliert sich vollständig im Trommelwirbel des Schlagzeugs, das Altsaxofon kämpft vergeblich um Gehör, ein einziges Wum-wumm erreicht die Ohren. Zwei der UV-Licht-Geschädigten auf der Bühne singen, jedenfalls hört man hin und wieder ein paar Wortfetzen zwischen dem Getöse. Die ersten Kampftrinker stemmen ihre Maßkrüge und legen ein spätpubertäres Potenzgehabe an den Tag. Grellbunte Blitze der Lichtorgel zucken über Trachtenjanker und Punkfrisur.
Nebenan auf der Plattform des Autoskooters lungern minderjährige Girlies in gewagtem Outfit herum, nehmen einen Schluck nach dem Anderen aus der Flasche "Ex und hopp", kichern sich gegenseitig an und fühlen sich sehr erwachsen währen ihre jungendliche Haut unter Wimperntusche und Lidschatten keine Chance hat.
Rundherum passt alles zu dem Krawall, der auch nicht im Entferntesten an Bierzeltmusik erinnert.
Was waren das noch für Zeiten, als die Basstuba den Rhythmus vorgab, Posaune und Trompete zum Mitsingen animierten, aber das ist "Schnee von gestern", damit kann man Niemand mehr "hinter dem Ofen" vorlocken. Trotzdem frage ich mich, warum die Bierzelte von Jahr zu Jahr leerer werden.
 

 

Es ist in die Jahre gekommen, das Internet-Feuilleton auf dieser Homepage. Viele Beiträge erschienen in dem Monatsmagazin "Fürstenzell life".

Jetzt wird es Zeit für eine Neuorientierung. Ist ein Weblog die Alternative?

 

Weblogs

Immer mehr Autoren schreiben in Weblogs ihre Ergüsse nieder. Diese tagebuchartigen Aufzeichnungen plappern und erzählen Belangloses in einem oft recht dürftigen Schreibstil. Warum stellt ein Autor solche Nichtigkeiten ins Internet?