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- Das Internet - Feuilleton
von Fabrizius
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Wenn ein Buch fesselt
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Erschienen ist das Buch im Jahr 2000
und schon bald gab es die deutsche Übersetzung. Seit dem stand der
Roman "Die Augen der Tuareg" von Alberto Vázquez-Figueroa in meinem
Regal. Ich hatte Angst dieses Buch zu lesen. Vor fast 20 Jahren
schrieb der gleiche Autor einen ähnlichen Roman mit dem Titel "Tuareg",
den ich damals mit einer Begeisterung in einer Nacht durchlas. Nie
mehr habe ich ein so spannendes und ergreifendes Buch gelesen. Es
erschien mir unmöglich, dass der gleiche Autor nach den vielen Jahren
an seinen grandiosen Roman von damals anknüpfen konnte. Immer wieder
schlich ich um das Buch, ich traute mich nicht es zu lesen, weil ich
davon überzeugt war, dass ich enttäuscht sein würde. Dann las ich es …
in einer Nacht durch. Der neue Roman "Die Augen der Tuareg" war genau
so grandios geschrieben wie der alte. Das Buch packte mich, es lies
mich nicht mehr los. Die gleiche Faszination, die Spannung bis zum
Äußersten getrieben, die gewaltige Sprache. Mein Herz schlug
schneller, ich hielt den Atem an und war mitten drin in einer
verwegenen Dramatik. Es war alles genau so wie vor zwanzig Jahren, als
ich "Tuareg" las". In Nichts steht der neue Roman dem alten nach. Kaum
hatte ich das neue Buch zu Ende gelesen schon suchte ich seinen
Vorgänger. Nun liegen beide vor mir. Schon damals stellte ich mir die
Frage, wie ein Schriftsteller so intensiv und authentisch schreiben
kann. Alberto Vázquez-Figueroa wuchs in der Wüste bei den Tuareg auf,
er beschreibt in seinen beiden Büchern dieses stolze Nomadenvolk, er
macht uns ihr Denken und ihr Handeln verständlich.
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Da steht so ein Buch sieben Jahre im
Regal, fast schon vergessen und dann entwickelt sich eine Dramatik,
die nicht vorhersehbar ist. Irgendjemand hat mich mal einen
"Bücherbesessenen" genannt, manchmal frage ich mich, ob das stimmt.
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Treffpunkt Bierzelt
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Ein Sommerfest jagt das Andere, ob
Dorffest, Weinhügel- oder Feuerwehrfest. Eines haben sie neben dem
Bier alle gemeinsam, die Festzeltmusik.
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Oh wie schmetterten früher die
Blaskapellen ihre Märsche und Polkas über das biergeschwängerte
Publikum. Heute wummern die Bässe, tausendfach elektronisch verstärkt,
durch Mark und Bein. Auf der Bühne sieht man zwischen Rauchschwaden
und Verstärkertürmen studiogebräunte Matschgerl mit Gitarre und
Schlagzeug, die sich redlich abmühen das Publikum in ihren Bann zu
ziehen. An der Lautstärke kann es nicht liegen. Die ersten Tischreihen
vor der Bühne sind leer. Mit gutem Grund, die Lautsprecherboxen würden
jedes Trommelfell zerfetzen. Ein richtiger Wettstreit ist im Gange.
Drüben plärren die Boxen des Autoskooters über die Los- und
Pommesbuden während ein pickeliges Bleichgesicht mit Baseballmütze am
Regiepult die Bassregler nach oben schiebt. Selbst draußen vor dem
Bierzelt flattern die Magenwände der Festbesucher.
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Die E-Gitarre verliert sich vollständig
im Trommelwirbel des Schlagzeugs, das Altsaxofon kämpft vergeblich um
Gehör, ein einziges Wum-wumm erreicht die Ohren. Zwei der
UV-Licht-Geschädigten auf der Bühne singen, jedenfalls hört man hin
und wieder ein paar Wortfetzen zwischen dem Getöse. Die ersten
Kampftrinker stemmen ihre Maßkrüge und legen ein spätpubertäres
Potenzgehabe an den Tag. Grellbunte Blitze der Lichtorgel zucken über
Trachtenjanker und Punkfrisur.
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Nebenan auf der Plattform des
Autoskooters lungern minderjährige Girlies in gewagtem Outfit herum,
nehmen einen Schluck nach dem Anderen aus der Flasche "Ex und hopp",
kichern sich gegenseitig an und fühlen sich sehr erwachsen währen ihre
jungendliche Haut unter Wimperntusche und Lidschatten keine Chance
hat.
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Rundherum passt alles zu dem Krawall,
der auch nicht im Entferntesten an Bierzeltmusik erinnert.
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Was waren das noch für Zeiten, als die
Basstuba den Rhythmus vorgab, Posaune und Trompete zum Mitsingen
animierten, aber das ist "Schnee von gestern", damit kann man Niemand
mehr "hinter dem Ofen" vorlocken. Trotzdem frage ich mich, warum die
Bierzelte von Jahr zu Jahr leerer werden.
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Es ist in die Jahre gekommen,
das Internet-Feuilleton auf dieser Homepage. Viele Beiträge erschienen in dem
Monatsmagazin "Fürstenzell life".
Jetzt wird es Zeit für eine
Neuorientierung. Ist ein Weblog die Alternative? |
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Weblogs
Immer
mehr Autoren schreiben in Weblogs ihre Ergüsse nieder. Diese
tagebuchartigen Aufzeichnungen plappern und erzählen Belangloses in
einem oft recht dürftigen Schreibstil. Warum stellt ein Autor solche
Nichtigkeiten ins Internet?
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