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- Das Internet - Feuilleton von Fabrizius
Mai bis August 2008Herzlich willkommen im Blauen Salon
Der Strom kommt aus der Steckdose …
… und der Sprit von der Zapfsäule.
Mittlerweile wissen wir es besser. Der Strom kommt von EON oder Vattenfall und der Sprit aus Kuwait oder Bahrain. Bis diese Energieträger bei uns zuhause ankommen, durchlaufen sie ein Labyrinth von Röhren und Kabelnetzen. Aber, das ist noch nicht alles, parallel dazu werden Gallonen und Kilowattstunden gehandelt, ersteigert und spekuliert. Jeder bekommt was vom Kuchen ab, die Saudis, die Raffinerien, die Kraftwerke, der Staat, die Spekulanten, - nur der Endverbraucher steht dumm da, er bekommt nichts ab vom Kuchen, er darf blechen! Jeder der oben Genannten kann natürlich nichts dafür, es sind immer die Anderen.
Die Ölmultis sehen im Energiesparauto ein rotes Tuch und die Stromkonzerne wollen, dass wir unbedingt einen elektrischen Dosenöffner benutzen. Ach ja, - und Energie einsparen sollen wir auch. Das ist Dummheit pur in einer verkehrten Welt. Wir dämmen unsere Häuser ab, nutzen Sonnenenergie und duschen nur noch kalt. Die Atomlobby sieht wieder "Licht am Horizont" und schert sich einen Dreck drum wo sie die verbrauchten Brennstäbe endlagern soll.
Zur allgemeinen Verschleierung werden Institutionen geschaffen wie eine 'Stromregulierungsbehörde' oder ein 'Kartellamt'.
Biosprit ist plötzlich für die Hungerkatastrophen dieser Welt verantwortlich, andernorts werden ganze Ernten vernichtet um die Preise für Weizen und Soja auf dem Weltmarkt hoch zu halten.
Es ist spannend was in einem menschlichen Gehirn vorgehen kann. Gegen den globalen Markt sind wir machtlos, obwohl wir die Globalisierung hochjubeln. Wir essen giftgrüne Äpfel aus Chile und Monstertrauben aus Südafrika und sind uns kaum bewusst, dass auch das Energieverschwendung ist. Die Nordseekrabben werden nach Marokko geflogen um dort von billigen Händen ausgepult zu werden, dann treten sie wieder die Rückreise gen Norden an.
Manchmal wünsche ich mir ein bisschen nationale Marktwirtschaft zurück. Ich muss nicht Tag und Nacht Mangos essen oder Papayas lutschen. Heimische Äpfel, Birnen oder Zwetschgen tun es auch, und auf ein Kängurusteak kann ich allemal verzichten.
Vom Erdgas haben wir jetzt noch gar nicht geredet. Aber dafür gibt es ja die GAZPROM . Mir wurde ganz schwindelig, als ich über diesen Monopolriesen recherchierte. Aber immerhin ist er Hauptsponsor vom FC Schalke 04. Dort wird der Konzern über die Vertragslaufzeit um die 125 Millionen Euro abdrücken. Somit fühle ich mich als Bayernfan plötzlich als Sponsor von Schalke 04. - ich habe nämlich eine Gasheizung.
- So schwierig war es noch nie
- So schwierig war es noch nie einen Text zu schreiben für ein Magazin, das nur alle zwei Monate erscheint. Die brisanten Themen sind bis auf letzte ausgelutscht. Vom Inzest in Amstetten bis zum olympischen Fackellauf. Das macht selbst vor der Unterhose von Florian Silbereisen nicht halt. Diese wird nämlich zurzeit im "Haus der Geschichte" in Bonn ausgestellt.
- Sie glauben das nicht? Im Rahmen der Ausstellung "Melodien für Millionen – Das Jahrhundert des Schlagers" wird eine rote Unterhose des Volksmusikers zu sehen sein. Melodien für Millionen … in der Unterhose. Sie alle haben Phantasie genug diese beiden Begriffe in Einklang zu bringen. Das ist kein Gag pubertierender Jugendlicher, - nein, das ist eine erstzunehmende Präsentation an der ein ganzes Kuratorium zwei Jahre lang arbeitete.
- Sicher sind in dieser Ausstellung interessante Objekte diverser Künstler zu sehen, aber der PR-Gag ist die Unterhose des gebürtigen Tiefenbachers.
- Sie ist rot … alle Pressemitteilungen berichten von einer roten Unterhose … und das bei einem Niederbayern. Ich frage mich, ob sich der Erwin Huber, unser aller bayerischer Finanzminister und CSU-Vorsitzender mit diesem Rot abfinden wird.
- Weg von der Promi-Unterwäsche – hin zu einheimischen Themen.
- Das Wahlkampfgetöse ist überstanden, die neuen Räte und Fraktionen sind gebildet und gehen an die Arbeit. In Fürstenzell lief alles eher sanft über die Bühne. Wie in der Stadt Passau, so hat auch in Fürstenzell die CSU keinen Stellvertretenposten ergattert. Was machen die Schwarzen nur falsch? Die stärkste Fraktion zu sein heißt eben noch lange nicht die Mehrheit zu haben. Diese Feststellung wirft einen langen Schatten in die Zukunft bis hin zu den Landtagswahlen am 28. September. Im Alleingang regieren, das wird immer unwahrscheinlicher. Hier sind Steigbügelhalter gefragt weil es aus eigener Kraft alleine nicht mehr geht.
- Der neue Landrat hat es vorgemacht, wie man große Koalitionen schmiedet. Franz Meyer holte mit dem SPD Urgestein Manfred Riedl den ersten sozialdemokratischen Stellvertreter ins Boot.
- "Politik ist ein Tagesgeschäft mit weitreichenden Folgen in die Zukunft." Das hat vor nicht allzu langer Zeit ein kluger Mensch gesagt, dessen Namen ich vergessen habe. Deshalb reden Politiker ja so gerne von der Vorausschau, von der Zukunft und von ihren Visionen. Das ist schade, denn sie sollten auch mal nach hinten in die Vergangenheit schauen um zu sehen was sie da alles verbockt haben. Aber, das ist Schnee von gestern, das will man schnell vergessen. Trotzdem sind aus dieser Vergangenheit ein paar Rechnungen offen, auch in Fürstenzell. Jeder, der ein Wenig nachdenkt, wird sich daran erinnern. Na? … gell? … da muss ich jetzt gar nichts mehr sagen. Zukunft ist gut, sicher, aber darüber dürfen die anstehenden Aufgaben nicht vergessen werden. Erst die Hausaufgaben machen, dann Visionär spielen.
- Nun ein letzter Satz an alle Politischen:
- "Wirtschaftskrisen erkennt man daran, dass die Bevölkerung aufgefordert wird, Vertrauen zu haben."
- ich ergänze …und das kommende Wochenende erkennt man daran, dass der Sprit wieder teuerer wird.