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  Die Maus Alexander - 3 Kindergeschichten

Der Streit mit der Katze

Ganz außer Atem fegt Alexander um die letzte Stufe der Terrassentreppe. Feuchtes Herbstlaub an der Hausecke wirbelt auf und im allerletzten Moment verschwindet er unter dem Holzboden des Gartenhauses. Erst dort kommt Alexander zur Ruhe. Mit pochendem Herzen schaut er noch mal hinaus in den Garten.

"Blöde Katze", sagt er leise und hofft, dass es Felix der Kater, nicht hört. Aber das Piepsen einer Maus ist für einen Kater auch noch auf ein paar Meter Entfernung zu hören.

Felix, der gerade die Verfolgung von Alexander aufgegeben hat, dreht sich um und stimmt ein drohendes Miau in Richtung Gartenhaus an.

"Irgendwann, Bürschchen krieg ich Dich!" Dabei wischt er mit seiner Vorderpfote ein paar Zweige aus dem Weg und schleicht durch den Zaun hinaus aus dem Garten. Alexander bleibt unter den Holzbrettern sitzen. Hier ist er sicher. Nur Mäuse können durch den Spalt hereinkriechen. Katzen, auch wenn sie noch klein sind, kommen nicht durch.

Weit und breit ist von Felix nichts zu sehen. Alexander wird mutiger. Schon deutlich lauter piepst er in Richtung Gartenzaun: "Das nächste Mal werde ich Dir eine verpassen - doofer Kater"!

Alexander weis natürlich, dass er Felix nie eine Ohrfeige verpassen könnte, da hätte er viel zu viel Angst. Aber, wenn er ganz alleine ist und kein Felix in der Nähe ist, dann ist er ganz mutig.

Jetzt verlässt er sein Versteck unter dem Gartenhaus und huscht hinüber zum Brombeerstrauch. Gestern Abend waren da noch viele dunkelrote Brombeeren dran. Der Benjamin hat heute Mittag alle reifen Brombeeren gepflückt. Keine einzige hat er übrig gelassen.

Mit einem Mäuseschulterzucken verlässt Alexander den Strauch und rennt hinüber zum Gartenzaun. Unter dem Rindenmulch kann er sich prächtig verstecken und kann trotzdem die Straße beobachten. Nur auf Felix muss er acht passen. Der kommt immer auf leisen Pfoten daher und der weiß, das Alexander am Gartenzaun hinaus auf die Straße schaut.

Auf der anderen Straßenseite sieht er den Benjamin mit seinem Roller herumfahren.
"Benjamin, - komm rein, Du musst noch lesen!"
So hat gerade Benjamins Mama gerufen.
Aber, keine Reaktion von Benjamin. Alexander muss kichern.
'Das macht der immer so!' Wenn es ans Lesen geht, dann hat er erst mal taube Ohren, unser Benjamin.

Alexander mag Benjamin, auch wenn der ab und zu den Felix streichelt. Vielleicht würde er ja auch Alexander streicheln. Aber eine Maus geht nicht einfach hin und wartet, bis sie gestreichelt wird. Da hat es dieser doofe Kater schon einfacher, der schnurrt so lange um Benjamin herum, bis er gestreichelt wird. Beinahe wird Alexander ein bisschen neidig.

 

Die Regentonne

Neben dem Gartenhaus hat der Florian zwei Regentonnen aufgestellt. Florian ist der große Bruder von Benjamin. Der ist oft im Garten und arbeitet. Mal mäht er den Rasen, mal setzt er neue Pflanzen in den Boden. Vor kurzem hat er einen Baum gefällt und danach die Äste und den Baumstamm klein geschnitten. Jetzt liegt das Holz unter dem Dach am Gartenhaus.

Direkt daneben steht eine Regentonne. Mittlerweile ist sie mit Regenwasser gefüllt. Das Wasser tropft von der Regenrinne in die Tonne.

Unter dem vielen Holz, ganz untern drin, versteckt sich Alexander. Dann schaut er zu, wenn der Benjamin und seine Freunde im Garten spielen. Einmal ist der Benjamin auf das Dach des Gartenhauses geklettert. Dort oben ist er rum geturnt und dabei beinahe in die Regentonne gefallen. Alexander hat einen Schreck gekriegt.

Alexander klettert auf den Holzstapel, er will in die Regentonne schauen. Ganz weit hat er seinen Kopf herausgestreckt. Er kann immer noch nicht über den Rand der Regentonne schauen. Noch ein gutes Stück klettert Alexander die Holzstütze am Gartenhaus hoch. Jetzt endlich sieht er das Wasser. Ganz dunkel ist es. Auf dem Wasser schwimmen welke Blätter, kleine Zweige und ein Tannenzapfen. Alexander hätte gerne eine Weile hier oben verbracht, aber der Felix schleicht an der Garage entlang. Und mit dem will er sich nicht anlegen.

Flink klettert Alexander vom Holzstapel herunter und verschwindet um die Ecke. Dabei ist er beinahe gegen die zweite Regentonne gerannt. Im letzten Augenblick sieht er neben der Tonne eine zerrissene Zeitung. Dort hinein lässt er sich fallen. Felix hat ihn nicht bemerkt.

Neben der Regentonne liegt ein angebissener Apfel. Alexander muss sich diesen Apfel genauer anschauen. Vielleicht ist noch was zu gebrauchen. Ein paar Apfelkerne schauen heraus. Mit seinen spitzen Zähnen kann Alexander zwei Kerne herauslösen.

"Na ja, habe schon besseres gegessen, satt wird man davon nicht", denkt sich Alexander während er auf den Kernen herumbeißt.

Jetzt hüpft er hinüber zu dem Zeitungsblatt. Übermütig zernagt er das Papier und fühlt sich richtig wohl dabei. Ab und zu schlägt er einen Purzelbaum auf den Zeitungsfetzen. Kleiner und kleiner werden die Schnipsel bis Alexander keine Lust mehr hat. Es ist dunkel geworden. Im ersten Stock geht in Benjamins Zimmer das Licht an. Alexander rennt zum Gartenzaun, um besser hinauf sehen zu können. Benjamins Mutter nimmt den Schulpack und zieht ein Heft heraus. Alexander freut sich, dass Benjamin Schreiben und Rechnen kann. Wie gerne würde er das auch können.

 

Das Käsebrot

Das linke Hinterbein weit von sich gestreckt, die Vorderpfoten hinter dem Kopf verschränkt, so lässt sich Alexander die Herbstsonne auf den Pelz scheinen. Mit einem Auge blinzelt er vorbei am Gartenhaus hinauf zum Balkon. Dort oben auf dem Geländer hat Benjamins Mama Handtücher zum trocknen rausgelegt. Gerade eben kam Benjamin aus dem Haus. Wie ein Wirbelwind fuhr er mit dem Fahrrad davon. Selbst der Felix ist hinter das Gartentor gehuscht.

"Irgend etwas, - habe ich in der Nase", denkt sich Alexander.
"Und dieses Irgendetwas riecht so gut."
Schnell ist Alexander auf seinen Beinen, fegt um den Brombeerbusch, vorbei am Gartenzaun und steht neben der Mülltonne. Ja, - da oben auf dem Deckel, ein angebissenes Stück Käsebrot.
Käsebrot, das gehört zu Alexanders Leibspeisen, na ja, Brot kann dabei sein, aber Käse. Dicke Käsescheiben zwischen zwei Schnitten Brot, nur zwei mal abgebissen.
"Der gehört mir", denkt sich Alexander.

Benjamin hat sein Brot achtlos auf der Mülltonne liegen lassen, als er mit dem Fahrrad los gebrettert ist. So schnell kommt der nicht wieder. Sicher ist er heimlich ausgebüchst. Alexander klettert am Gartenzaun hoch. Ganz oben auf dem Gartenzaun schaut er rüber auf die Tonne. Das duftet so gut. Ein Satz, - ha, - das Wasser läuft im Mund zusammen. Bester Emmentaler Käse, direkt aus der Schweiz, sein Lieblingskäse. Die angebissene Brotscheibe macht noch Probleme, die pickt auf dem Käse. Erst versucht Alexander mit den Zähnen das Brot wegzuziehen. Das geht nicht. Erst als er sich mit beiden Vorderpfoten dagegen stemmt gibt es einen Ruck.

Käse, - ganz viel Käse. Da ist noch der Abdruck von Benjamins Zähnen drin. Mein Lieber, der ist breiter als sein ganzes Maul. Jetzt ist aber keine Zeit für Benjamins Zähne. Einen großen Bissen kaut Alexander genüsslich. Was für ein Käse, himmlisch, für solchen Käse hat Alexander immer Hunger. Eine Ecke der Käsescheibe hat Alexander zur Seite geschoben, man weis ja nie, die will er mitnehmen in sein Nest unter dem Gartenhaus.

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