Hier textet, fabuliert und publiziert
F a b r i z i u s
Inhalt:
Fußball
Der mühsame Weg einen Text zu machen
Der erste Satz
Vom Sehen und Gucken
Sorry
Internetistische Gedanken

 

  Vorsicht Satire ...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Internetistische Gedanken
 
Jeder kann wenn er kann!
Genau!
So besehen ist das in Ordnung. Nur können muss man schon können, sonst kann man nicht!
Bis vor 4 Wochen konnte ich auch nicht!
Und dann habe ich mir gesagt:
‚Das kann ich auch!’
 
Nun bin ich im Internet mit einer eigenen Homepage!
Boah!
Klasse!
Und jetzt?
 
Was?
Habe ich überhaupt was mitzuteilen?
Wen interessiert das eigentlich?

‚Lassen sie sich in 200 Suchmaschinen eintragen!’

Hei, phänomenal!
Mach ich!
Nur...
Was sollen die Maschinen suchen?
Uff...
Ich habe ja noch gar nichts reingeschrieben.
 
Mit was? Html?
Was iss’n das?
 
Oh Mann!

 

 

Fußball

Juve... Real... Lazio.. göttlich verklärter Fußballhimmel durchbrochen vom melancholischen Schrei eines einsamen Fans, inmitten einer Meute Besessener.
Dein Querpass ist angekommen.
Auch wenn sie noch so kreischen, ihre Halbgottheiten zwischen Haarschampon und Investmentfonds anhimmeln,
<uff`m Platz ist halt uff`m Platz>.
 
Da wird ein Rinaldo zum Inbegriff, eine Femina ... nicht auszudenken. Mag eine Kurnikowa schlägerschwingend Männerherzen höher schlagen lassen, eine kickende Kurvenschönheit ... unvorstellbar!
Die Ersatzdroge Frauenfußball ist billiger Abklatsch, abschreckend.

In die Männerdomäne Fußball einbrechen? Überall sonst, bei Rennfahrers, bei Catchers, bei Boxers, aber im Fußball? Eindeutig nein!

Das ist Naturgesetz. Zuerst schuf Gott den Ball. Alles mögliche wurde damit angestellt und alle bekamen einen Ball und spielten!

Dann schuf Gott <das Leder> <die Kugel>, <die Pille>,
<die Granate>, <die Bombe>.
Damit wurde gepasst, gekickt, geschlenzt, gelupft, geschossen, geköpft, gewuchtet, reingehauen. Spielen ... nur spielen, wollte keiner damit.
Auch werfen, - Fehlanzeige - das macht ja jeder.

So kam man auf die Füße, diese Treterchen sollten noch für was anderes herhalten als nur Laufen. Und so erschuf Gott den Fußball. Er weihte ihn dem Manne, gab ihm die Kraft einer Völkerwanderung und die Haushaltsmittel eines Kleinstaates.

Gott verlieh dem Fußball den Touch eines Märchens aus Tausend-und-einer-Nacht; lies den kleinen brasilianischen Slumjungen zum umjubelnden Weltstar werden. Ein moderner Hans im Glück.

Giovane Elber und wie sie alle sonst noch heißen zelebrieren ihre Kunst in modernen Sakralbauten, die sie Fußballarena nennen.

Der Mann erhebt seinen Fußball in der Beliebtheitsskala auf Platz drei bis eins, je nach Autotyp und sexueller Aktivität.
Weltumspannende Ereignisse werden in den Rundfunk- und Fernsehberichten zugunsten des Fußballs unterbrochen; wenn ManYu stürmt und Daum kokst ...!
Selbst diplomatische Beziehungen zwischen sonst durchaus ernstzunehmenden Staaten kommen ins wanken, wenn der Fußballgott, sein Name ist Platter, die kommende WM verkündet.
 
Ganze Charaktere werden beschrieben, brasilianische Brillanz, deutscher Einsatzwillen, englische Härte, italienischer Ballzauber.
Nur für Österreich wurde noch kein passendes Wort erfunden. „Haiderisch reaktionär" hat erstens zu wenig mit Fußball zu tun und zweitens stürmen die Alpenmaradonnas nicht nur über Rechts Außen.

Nun warte ich bis Beckenbauer zum Papst gewählt wird, denn unfehlbar ist er schon jetzt!

 

Der mühsame Weg einen Text zu machen

Unüberwindbare Leere lässt die wenigen Gedanken in den Abgrund stürzen. All die Poesie, die blumenreiche Erzählung meiner Phantasie ist verloren.
Gerade eben Aufkeimendes verdorrt augenblicklich.
Ein weites Nichts über den Horizont hinaus
erstickt jedes einzelne Wort, dass noch unausgesprochen auf den Lippen liegt. Kraftlos das leere Blatt Papier,
Weit weg ist jeder Inhalt, geblieben nur ein Schatten,
der selbst auch an Kontrast verliert.

 

Der erste Satz

Er will nicht hinaus. Ganz da hinten, genau, vorletzte Gehirnwindung, noch weiter, jetzt!
Der erste Satz, er dreht, sich windet sich, streicht sich selbst durch, verdreht Substantiv und Verb, schleudert ein Adjektiv nach um gleich danach ein Füllwort zu verstoßen. Ein Adverb steht zitternd in der Hirnwindungsecke und muss um seinen Einsatz bangen.
Das ist schon ein Kreuz mit dem ersten Satz!
 
Generationen von Schreiberlingen malträtieren das Sprachzentrum ihrer Gehirnhemisphäre, kneten Gyri und warten auf den erlösenden Ausstoß nur eines einzigen Satzes.
Endlich liegt er in der Schublade. Moderne Literaten gebrauchen dieses alte Wort immer noch, obwohl Schublade nur noch symbolhaft für Festplatte genannt wird.
Trotz Bit und Byte, die Geburt des ersten Satzes ist äußerst kompliziert. Ist er endlich unter vielen schmerzlichen Versuchen geboren, so ist sein Dasein alles andere als gesichert. Da droht das Durchstreichen, das Zusammenknüllen, das In-den-Papierkorb-werfen. Auch das ist nur noch symbolisch zu sehen.
 
Heutzutage heißt das 'Markieren und Löschen' und geht nicht mit Tinte sondern mit der Maus! Der Federstrich ist von der Löschtaste abgelöst worden.
Nur... im Papierkorb was Zusammengeknülltes suchen ist machbar. Das auf der Festplatte gelöschte zu rekonstruieren setzt Kenntnisse voraus, die nicht unbedingt in einem Literatengehirn abgespeichert sind.
 
... Jetzt find ich den Schluss nicht mehr! Wo ist mein Schluss?
Da bin ich doch wirklich mit meiner Maustaste zu ungeschickt umgegangen...
Wo ist mein Schluss?

 

Vom Sehen und Gucken

Gucken kann nicht jeder, das ist ne' ganz eigene Betrachtungsweise!
'Schauen' und 'Sehen' sind gegenüber dem 'Gucken' blass!
'Gucken' ist viel variabler einzusetzen.

Natürlich gerade im Dialekt. 'Sehen' bleibt 'sehen'! Aber Gucken wird im Hessischen zum 'ei gug' e'mol!' Dies jetzt auch noch sächsisch hier wiederzugeben ist unmöglich, die Tastatur müsste um ein Vielfaches erweitert werden.

Flugs (oder schreibt man das 'fluks') ist aus dem 'guck' ein 'gug' geworden. selbst das überhochdeutsche 'Kuck' ist vorstellbar. Sprachlich gesehen kommt das wohl nicht vom Vogel 'Kuckuck'.

Obwohl das Wörtchen 'Kuckuck' auch eine eher neckische Aufforderung zum zurückschauen oder herschauen sein kann. Kinderwägen könnten ein Lied davon singen wie viele Male in sie hinein schon 'kuckuck' gerufen wurde.

So ist das halt. Der eine kuckt, ein anderer guckt und ein nächster Zeitgenosse gugt
Ganz aus dem Süden fremdländische Töne - 'luaget' oder 'luaged', je nach Tonfall und Intensität der Aufforderung.
Übersetzung: 'luaget no' heißt soviel wie 'schaut hin' oder 'schaut nach'.

Der Ursprung ist wohl schwäbisch alemannisch , - aber auch das Bajuwarische bedient sich dieses Ausdrucks. Das ist alles nicht 'nach der Schrift', - das bräuchte ein kompliziertes eigenes phonetisches Alphabet!

Von den anderen Variationen will ich schon gar nichts mehr interpretieren.
Vom 'klotzen' über's 'stieren' bis hin zum 'starren'.
'Sehen' wird unter diesen Wortgebilden zum 'farblosen Etwas'.

Da schaust' mal wie der guckt, wenn er klotzt!

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Sorry
 
Ein erfolgreicher Mann, Arzt und Chef einer renommierten Klinik.
Zu Vorträgen im In- und Ausland wurde er gebeten.
Ganz besonders genoss er seine Auftritte vor heimischem Publikum.
Nach einer in Stakkato gehaltenen Einleitung passierte es!
„Das erste Dia bitte!“
„Oh!“
 
Pause
 
„Sorry, meine Damen und Herren“
 
Das Auditorium wusste was kommt.
 
„Jetzt habe ich aus Versehen die englische Version meiner Diaserie abgegeben. Morgen muss ich diesen Vortrag in London halten!“
 
Das Auditorium schmunzelt.
 
Die gleiche Masche zog er vorige Woche in Bern ab, da war’s die französische Variante!
 
„Mal gut, dass er so viel unterwegs ist“, bemerkte ein Zuhörer, „da kann er nicht so viel Unsinn in seiner Klinik anrichten!“
 

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