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F a b r i z i u s

Texte und mehr

Inhalt:
Blubb
Mein "neuer" Blubb
Zu fett
Aus dem Chaos gebiert sich das Nichts
Selbstgespräch über die MKS
Die Übermacht
   
   

Blubb

Wir waren schon mit der U-Bahn nach hause gefahren, - nach dem Kaffee bei Oma. Bis der Anruf kam.

Oma hat `ne Badeschaumvergiftung davongetragen, war mein erster Gedanke. Kam ganz schleichend, erst ein Blubb, dann ne`ganze Weile gar nichts, dann wieder ein Blubb. Ein Nachbar hat uns angerufen, hörte immer so verdächtige Geräusche aus ihrer Wohnung. Wir nix wie hin, zur Oma!

Kein Wort bringt sie raus, aus Angst es könnte ihr wieder ein Blubb entweichen. Unheimlich böse schaut sie uns an. Das Gebiss hält sie in der Hand, sonst hätte ich sicher noch Zähneknirschen gehört. Auf dem kleinen Plastikhocker im Badezimmer sitzt sie, um sich herum ein rosageblümter Morgenmantel, Handtuchturban auf dem Kopf. Das Waschbecken über und über mit Badeschaum gefüllt. Muss unwillkürlich an ein frischgezapftes Pils denken.

„Na, da kannst Du mal froh´ sein, dass wir einen Schlüssel zu Deiner Wohnung haben!" Beate, meine Mutter macht dabei ein recht besorgtes Gesicht. Quittiert wird ihre Bemerkung mit einem gutturalen ganz aus der Tiefe kommenden kurzen Rülpser, danach presst sich ein wenig blassblauer Schaum durch Oma`s Lippen.

Karl, mein Vater steht nun in der Badezimmertür, für die drei Stockwerke braucht er bei seiner Überbreite ein wenig länger. Sein Brustkorb vollführt noch eine wahre Keuchorgie. Karl sieht jetzt mit seinem blau aufgelaufenen Gesicht kränker aus als die Oma, obwohl er keinen Schaum vor`m Mund hat.

Zwischen einem Lungenflügeljuchzer und einem sarkastischen Bronchialgebrumm macht er sich bemerkbar: „Wie siehst - denn Du - aus?" Karl lehnt am Türstock, immer noch schwer schnaufend, Beate fühlt Oma mit einem ernsten Gesicht den Puls und Oma`s gefürchteter ihr-seid-an-allem-Schuld Blick trifft mich.

In dem Moment läuft das pochende schlechte Gewissen über meinen Rücken, durchzuckt ein paar Gehirnwindungen, erzeugt einen Klos im Hals und setzt sich danach hinter meinem Brustbein fest. Der Missetäter ist erkannt... Karl hat seinen normalen Atemrhythmus wiedergefunden und Beate beginnt zu ahnen.

„Ich... ich habe nur ein bisschen..."
„Halt den Mund", zischt Beate mich an, „sag`jetzt garnichts, sonst brate ich Dir ein`s über!"
„Ich mein ja bloß, - ist doch harml..."
Der Badeschlappen erwischt mich am linken Ohr, ohne meine Argumente fertig vorzutragen ziehe ich mich ins Wohnzimmer zurück.

Beate stützt Oma mitsamt Bademantel und Turban, bringt sie rüber ins Schlafzimmer. Da war es wieder, im Flur kommt der nächste Rülpser, was doch die Akustik ausmacht, klingt jetzt viel hohler. Oma vernichtet mich gerade mit Ihrem Augenfunkeln auf dem Kanapee. Der Klos im Hals wird größer, das schlechte Gewissen wächst! Und wenn es doch nicht so harmlos ist, wenn das nicht mehr aufhört? Unwillkürlich stelle ich mir meine Großmutter schaumkauend beim Kaffekränzchen vor.

Karl trottet hinterher, weiß nicht so recht was er machen soll, - schimpfen? Am liebsten wäre er jetzt allem aus dem Weg gegangen, nur seine Eckkneipe ist am anderen Ende der Stadt. Beate ist mit Oma im Schlafzimmer verschwunden. Karl dreht um und setzt sich zu mir auf`s Kanapee.

„War`st Du das?"
Er hat`s immer noch nicht kapiert, oder?
„Was?"
„Wieso ist überall Schaum im Bad?"
Ein wenig suche ich Abstand zwischen meinem Vater Karl und mir zu kriegen. Das gelingt nur spärlich, das Kanapee ist nicht so breit.
„Also... das mit dem Badezusatz ..., sollte eigentlich ein Gag werden. Ich hab ja nicht geahnt, dass Oma damit gleich gurgelt!"
„Wo war der drin - der Badezusatz?"
„Im Mundwasser!"
„Wer hat ihn da rein?"
„Ich!"

Jetzt war es raus. Ich habe die Wirkung meines Schabernacks unterschätzt, gleich so ein großer Schluck und dann der viele Schaum. Beate flitzt an mir vorbei, würdigt Karl und mich mit keinem Blick.

„Ihr Dünnbrettbohrer!"

Schon ist sie wieder im Schlafzimmer verschwunden. Aus dem Wohnzimmerschrank hat Beate ein Fläschchen mit Arznei geholt.
Der Dünnbrettbohrer hat uns zusammenrücken lassen.
„Jetzt bist Du schon so erwachsen und verzapft andauernd solchen Blödsinn, gestern die Nivea-Creme auf meinem Butterbrot und heute das mit der Oma. Das war schon bösartig, mein lieber, das sage ich Dir!"
Karl`s Stirn fältelt sich immer ein bisschen, wenn er mir meine Streiche aufzählt. Je stärker die Falten, desto ausführlicher das Lamento. Kann nicht lange dauern signalisiert mir seine Stirn.
 
„Kannst Du nicht wie andere Jungen`s in Deinem Alter den Mädchen nachstellen?"
Oh Mann... wenn der wüsste!
„Ach... es hat mich einfach überkommen. Oma hat beim Kaffeetrinken heute Nachmittag andauernd an mir rumgemäkelt. Meine Haare taugen ihr nichts, meine Hose ist zu schlabbrig und mein Nasenring gefällt ihr auch nicht!"
"Da ist sie ja nicht alleine mit ihrer Meinung - oder", bemerkt Karl.
„Im Badezimmer sah ich das blassblaue Mundwasser und auf dem Schränkchen den Badezusatz, exakt genau so blassblau. Da hat`s überhaupt keiner Phantasie mehr gebraucht. Nur..., dass die Olle gleich so einen Kräftigen Schluck nimmt, das war nicht einkalkuliert!"
„Sag`mal, wie redest Du denn von Deiner Großmutter?"
Oh...oh... jetzt kommt doch noch das längere Lamento, Karl`s Stirn verrät es mir.
„Dein Moped kannst Du Dir in den Mond schreiben!"

Meine Großmutter kommt aus ihrem Schlafzimmer, langer Rock, rosablumige Bluse, Brille ganz weit unten auf der Nase. Anscheinend haben die Tropfen den Schaum gebremst! Beate hinter ihr macht immer noch ein saures Gesicht!

„Mutter, ... verschwende kein einziges Wort an diese Brut!"

Ich warte vergebens auf einen Rülpser im Flur, meine Großmutter und meine Mutter schlagen die Wohnungstür hinter sich zu! Karl und ich sind alleine, ... ein gegenseitiger tiefer Blick in unsere beleidigten Seelen, ... Karl`s Falten sind zu einem zufriedenen Grinsen neben die Augenwinkel gerutscht.

„BLUBB...", prustet er heraus, „BLUBB...!"

 

Mein "neuer" BLUBB

Nach einer Textkritik habe ich den "BLUBB" umgeschrieben

"Oma hat `ne Badeschaumvergiftung", ist mein erster Gedanke. Erst ein Blubb, eine Weile gar nichts, dann wieder ein Blubb. Ihr Nachbar ruft uns an, hört verdächtige Geräusche aus ihrer Wohnung.
Wir nix wie hin, zur Oma!
Kein Wort bringt sie raus, aus Angst es könnte ihr wieder ein Blubb entweichen.
Böse schaut sie uns an. Im rosageblümten Morgenmantel, Turban auf dem Kopf, sitzt sie im Badezimmer. Das Gebiss hält sie in der Hand, sonst hätte ich sicher noch Zähneknirschen gehört.
Das Waschbecken über und über mit Badeschaum gefüllt.
 
"Na, da kannst Du mal froh sein, dass wir einen Schlüssel zu Deiner Wohnung haben!" Mutter macht ein besorgtes Gesicht. Oma quittiert ihre Bemerkung mit einem aus der Tiefe kommenden Rülpser, ein paar Seifenblasen verlassen die zusammengepressten Lippen.
Mein Vater steht in der Badezimmertür. Für die drei Stockwerke braucht er ein wenig länger. Sein Brustkorb vollführt eine wahre Keuchorgie. Er sieht mit seinem blau angelaufenen Gesicht kränker aus als Oma.
Zwischen einem Lungenjuchzer und einem sarkastischen Bronchialgebrumm macht er sich bemerkbar: "Wie siehst - denn Du - aus?" Dabei lehnt er schnaufend am Türstock.
Mutter fühlt mit ernsten Gesicht den Puls. Oma`s Ihr-seid-an-allem-Schuld Blick trifft mich.
In dem Moment durchzuckt das Gewissen meine Gehirnwindung, läuft pochend über den Rücken, erzeugt einen Klos im Hals und setzt sich hinterm Brustbein fest.
Der Missetäter ist erkannt... Vater hat seinen normalen Atemrhythmus wiedergefunden und Beate beginnt zu ahnen.
"Ich... ich habe nur ein bisschen..."
"Halt den Mund, sag`jetzt nichts, sonst brate ich Dir ein`s über!"
"Ich mein ja bloß, - ist doch harml..."
Ein Badeschlappen erwischt mich am linken Ohr. Ich ziehe ich mich ins Wohnzimmer zurück.
 
Der nächste Rülpser im Flur klingt viel hohler.
Ein vernichtendes Augenfunkeln trifft mich.
Oma und Mutter sind im Schlafzimmer verschwunden.
Und wenn es doch nicht so harmlos ist? Wenn das nicht mehr aufhört? Ich stelle mir Großmutter schaumkauend beim Kaffeekränzchen vor.
Vater trottet hinterher, weiß nicht so recht was er machen soll, setzt sich dann zu mir.
Am liebsten wäre er jetzt allem aus dem Weg gegangen!
"War`st Du das?"
"Was?"
"Wieso ist überall Schaum im Bad?"
Ein wenig suche ich Abstand zwischen meinen Vater und mich zu kriegen.
Das gelingt kaum, das Kanapee ist nicht so breit.
"Also, das mit dem Badezusatz im Mundwasser, sollte ein Gag werden. Ich hab ja nicht geahnt, dass Oma damit gleich gurgelt!"
 
"Du bist so erwachsen und verzapft andauernd solchen Blödsinn. Gestern die Nivea-Creme auf meinem Butterbrot und heute das mit der Oma. Das war schon bösartig, mein lieber, das sage ich Dir!"
Wenn Vater mir meine Streiche vorhält legt sich seine Stirn in Falten. Je stärker die Falten, desto ausführlicher das Lamento. Kann nicht lange dauern signalisiert mir seine Stirn.
"Kannst Du nicht wie andere Jungen in Deinem Alter Mädchen anmachen?"
Oh Mann... wenn der wüsste!
"Ach, war so ne Idee. Oma mäkelt dauernd rum, macht sich über meine Haare lustig. Nörgelt über meinen Nasenring.
Im Badezimmer sah ich das blassblaue Mundwasser und auf dem Schränkchen den Badezusatz, exakt die gleiche Farbe. Da hat`s überhaupt keiner Phantasie mehr gebraucht. Nur, dass die Olle gleich so einen Kräftigen Schluck nimmt, das war nicht einkalkuliert!"
 
Mutter flitzt an mir vorbei, würdigt uns beide mit keinem Blick.
"Ihr Dünnbrettbohrer!"
Schon ist sie wieder im Schlafzimmer verschwunden.
Der Dünnbrettbohrer lässt uns auf der Stelle zusammenrücken.
Ein gegenseitiger tiefer Blick in unsere beleidigten Seelen. Vaters Falten sind zu einem zufriedenen Grinsen neben die Augenwinkel gerutscht.

"BLUBB", prustet er heraus, "BLUBB!"

 

Zu fett

"Also, Herr Cheefoarzt, eines muss ich ihnen jetzt schon mal sagen!"
'Aha', denke ich für mich, ‚klingt nach Beschwerde, nach Dampf ablassen!'
Eine resolute Mittvierzigerin pflanzt sich vor meinem Schreibtisch auf, die Ambulanzkarte, besser, meine Patientenaufzeichnungen hält sie in der linken Hand, mit der rechten deutet sie auf ein Blatt, das offensichtlich der Grund für ihre Aufregung ist.
Ich bitte die Dame Platz zu nehmen.

Schnurstracks gehe ich zum Waschbecken, wasche sehr gründlich meine Hände. Ein Arzt kommt immer gut an, wenn er sich vor dem Patienten seine Hände wäscht, eine uralte Medizinerweisheit. Und noch viel wichtiger, während dieser Zeit kann er seinen Patienten beobachten.

In diesem Falle ist es, wie gesagt, eine Patientin. Fast attraktiv, wenn da nicht die zu vielen Pfunde wären. Roter Rollkragenpulli, schwarzer Rock, der bis zu den Knöcheln reicht. Kurz geschnittene brünette Haare, hübsches Gesicht. Grünbraune Augen funkeln herüber zu mir an's Waschbecken. Ihr Dialekt verrät sie als Österreicherin.

Sie kommt gerade von meinem Kollegen Dr. Bauer, der ist für die Ultraschalluntersuchungen zuständig.
Offensichtlich ist er auch der Grund für ihre Aufregung.
"Herr Cheefoarzt, ich verlange, dass dieser Befund da drinnen weg kommt!" Mit 'da drinnen' meint sie die Ambulanzkarte mit den Aufzeichnungen über ihre Untersuchung.
Sie knallt mir die Unterlagen auf den Schreibtisch, bleibt vor mir stehen.
 
Oh je, da steht es. Deutlich sticht die Bemerkung aus den Aufzeichnungen heraus. 'Zu fett!' Und das auch noch unterstrichen. Und dann hat der Dussel der Patientin auch noch die Unterlagen mit gegeben.
Ganz vorsichtig lote ich meine Versöhnungschancen aus.
"Ach, Frau Obermaier, der Dr. Bauer hat das mal so dahin geschrieben!"
Sie fällt mir sofort ins Wort.
"Dass ich ein paar Pfunde zu viel habe, weiß ich selber. Aber gleich solch eine Beleidigung!"
Jetzt holt sie noch mal Luft, danach braust ein Lamento über mich.
"Ich esse eh kaum noch was, mache eine Diät nach der anderen, aber Herr Cheefoarzt, ich kann machen was ich will, ich trau mich schon gar nicht mehr auf die Waage!"
 
Die Pause zum Luftholen nutze ich aus.
"Ich streiche das durch. Im endgültigen Bericht an ihren Hausarzt steht nichts mehr drin!"
Jetzt bringe ich mein schlagkräftigstes Argument an.
"Wir beide können unsere Pfunde ja nicht verstecken!"
Das wirkt! Auch bei mir helfen diverse Diäten nur ganz bescheiden.
Als Leidensgenosse werde ich von Frau Obermeier akzeptiert.
"Hat er außer den paar Pfunden zu viel auch noch was anderes gefunden", will ich jetzt wissen. Unter den leichtsinnig hingeschriebenen Worten steht nämlich noch was von Gallensteinen.
"Niemand hat bisher bei mir Gallensteine gefunden!"
"Na also, jetzt vergessen sie mal ihren Babyspeck..."
"Jetzt machen sie sich auch noch lustig über mich!" flötet mir Frau Obermeier entgegen und schaut gekränkt.
"Ach was, Frau Obermaier, niemand will sich lustig machen! Sie haben doch schon länger diese Koliken. Nun ..."
 
Die Tür geht auf, Dr. Bauer stürmt herein.
Ganz Dame würdigt meine Patientin den Übeltäter mit keinem Blick. Er legt mir die Ultraschallbilder vor und wendet sich mit einem unschuldigen Allerweltsgesicht an sie.
"Ne ganze Menge Steinchen haben sie in Ihrer Gallenblase! Am besten die operieren wir bald raus. Allerdings wäre es besser wenn sie ein paar...!"
Mein bohrender Blick hinauf an die Decke lässt ihn stutzig werden.
Mitten im Satz bricht er ab.
'... Pfunde abspecken', das verkneift er sich.
Statt dessen ergänze ich "ein paar zusätzliche Untersuchungen machen lassen, damit wir sie recht bald operieren können!"
"Wenn ich mich operieren lasse, dann nur vom Herrn Cheefoarzt, sie lasse ich sowieso nicht mehr an meinen Bauch!"
 
Peng, das sitzt! Werner schaut verwundert. Mit verschwörerischer Mine lächelt sie mich an und dreht ihm den Rücken zu. Mit einem Schulterzucken geht er hinaus.
"Ich weiß schon, was der sagen wollte!"
"Hat es aber nicht!" falle ich ihr ins Wort.
"Ich komme dann zu Ihnen ins Krankenhaus, wenn der Schnösel in Urlaub ist!"
 
Gemeinsam schauen wir im Kalender nach, planen die Operation während 'Schnösels' Urlaub.
Mit einem herzhaften Lachen verabschiedet sich Frau Obermaier von mir.
Elegant umkurvt sie meine Sekretärin, die gerade ins Zimmer kommt.
"Sie können froh sein, dass sie so einen dollen Cheefoarzt haben, der Dr. Bauer ist nämlich ein Depp!"

 

Aus dem Chaos gebiert sich das Nichts

(Vorsicht Satire)

...war Einleitung und zugleich Summary einer Vortragsreihe anlässlich einer Teziotentagung im österreichischen Guglhf* jenem imaginären Ort der herbizidisch anmutenden Teziodiaika. In oft geübter maniristischer Kritiklosigkeit wurde von den Teilnehmern, die sich selbst Guglhfianer nennen, eine apodiktische Antithesyme aufgestellt, die die aus aller Welt angereisten Fachjournalisten vor ein utopianisches Nirawanega stellte.

*das ist kein Schreibfehler "Guglhf" schreibt sich so!

 

Selbstgespräch über die Maul und Klauenseuche (MKS)

Wie heißt das Ding? ... Virus? ... M.K.S. Virus?

Nee, das iss'n Ding!

Und das kommt jetzt da rüber, über die Grenze. Darf das denn man so?

So einfach rüber machen über die Grenze?

Ich weiß nicht!

Muss das man nicht über unsere Krankenkasse... gemeldet werden?

Nein?

Das iss' aber n Ding!

Wie heißt die? ...Gesundheitsministerin?

Und die tut das bestimmen?

Und wenns de mal krank bist? Von dem M.K.S. Virusdingensens...

ich weiß das doch nich so genau?

Ach nee... kann'ste gar nicht von? Krankwerden mein ich!

Öha... aber die Viecher, die können... vom dem M.K.S. Dingensens, ja?

Und warum dürfen dann die...

Ach jetzt... die schleppen diese Virens mit rüber.

Was es nit alles gibt!

Hochansteckend?

Siehs'de, man lernt nie aus!

Das kann auf das Mettwurstbrot auch sein?

Das is aber ne Sauerei, das... mitten auf das Mettwurstbrot!

Vor der Grenze musste alles aufessen? Die passen da auf... duu!

Und das Butterbrotpapier schön entsorgen... in die Kontainers!

Geht dann zum Sondermüll... gewiss, auch das Butterbrotpapier!

Wenn nu einer ganz heimlich... was verstecken tut?

Mal angenommen... so'n infiziertes Butterbrotpapier nicht entsorgen tut?

Kriegt der dann was auf die Mütze?

Nur mal so angenommen... der geht pfeifend über die... na, über die Grenze...

Pfeifen tut der... sieht ganz harmlos durch die Wäsche... bekuckt sich die Blümchens am Wegesrand und tut gar nicht auffallen. Hat aber das Butterbrotpapier in seine rückwärtige Hosentasche stecken!

Wie merkt der Zöllner dann dieses gefährliche Butterbrotpapier in dem seine Tasche?

Merkt der das denn?

Und dann infektioniert der eine ganze Nation... mit sein Butterbrotpapier?

Ich sach mal, das iss ja was am gefährlich werden! Wenn das in die Epidemie kommt, das Ganze... alles wegen dem Virus aus der Mettwurst.

Infizierte Grüße vom Fabrizius

Die Übermacht

Mit Minderheiten kann sie nicht umgehen. Ewig polternde Übermachtsoldaten fühlen sich nur in der Masse der Gleichgesinnten wohl. Da können sie mit markigen Sprüchen die rechten Parolen austauschen, das Wort Toleranz kommt in ihrem Vokabular nicht vor.

Mehrheiten sind für sie ein Instrument der Macht, neben der Mehrheit kann keine Minderheit mehr geduldet werden. Macht herrscht vor Demokratie. Worte wie Opposition werden nicht akzeptiert, sie werden nur geduldet. Ohne Opposition wäre Macht viel besser - und das lässt man Andersdenkende sehr oft spüren.

Andersdenkende werden, wann immer möglich, ausgegrenzt. Politik wird in Gut und Schlecht eingeteilt, nicht in Meinung und Gegenmeinung - und so wird es auch dem Bürger präsentiert. Sie selbst sind die Guten, alle Anderen sind die Schlechten. Das konnte der Klerus im Mittelalter mit Analphabeten machen, heute muss man das schon subtiler anstellen - nicht so offen und plump.

Was früher die offene Drohung um Leib und Leben war ist heute verpackt in der Existenzangst, in gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Abseits. Die Wirkung ist die gleiche. Als Minderheit hast du keine Chance, als Minderheit bist du schlecht, - die Übermacht ist gut. Keine Chance die Idee einer Minderheit einem breiten Publikum vorzustellen, die Mehrheit blockiert, - zensiert, - lässt es nicht zu!

 

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