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Blubb Wir waren schon mit der U-Bahn nach hause gefahren, - nach dem Kaffee bei Oma. Bis der Anruf kam. Oma hat `ne Badeschaumvergiftung davongetragen, war mein erster Gedanke. Kam ganz schleichend, erst ein Blubb, dann ne`ganze Weile gar nichts, dann wieder ein Blubb. Ein Nachbar hat uns angerufen, hörte immer so verdächtige Geräusche aus ihrer Wohnung. Wir nix wie hin, zur Oma! Kein Wort bringt sie raus, aus Angst es könnte ihr wieder ein Blubb entweichen. Unheimlich böse schaut sie uns an. Das Gebiss hält sie in der Hand, sonst hätte ich sicher noch Zähneknirschen gehört. Auf dem kleinen Plastikhocker im Badezimmer sitzt sie, um sich herum ein rosageblümter Morgenmantel, Handtuchturban auf dem Kopf. Das Waschbecken über und über mit Badeschaum gefüllt. Muss unwillkürlich an ein frischgezapftes Pils denken. „Na, da kannst Du mal froh´ sein, dass wir einen Schlüssel zu Deiner Wohnung haben!" Beate, meine Mutter macht dabei ein recht besorgtes Gesicht. Quittiert wird ihre Bemerkung mit einem gutturalen ganz aus der Tiefe kommenden kurzen Rülpser, danach presst sich ein wenig blassblauer Schaum durch Oma`s Lippen. Karl, mein Vater steht nun in der Badezimmertür, für die drei Stockwerke braucht er bei seiner Überbreite ein wenig länger. Sein Brustkorb vollführt noch eine wahre Keuchorgie. Karl sieht jetzt mit seinem blau aufgelaufenen Gesicht kränker aus als die Oma, obwohl er keinen Schaum vor`m Mund hat. Zwischen einem Lungenflügeljuchzer und einem sarkastischen Bronchialgebrumm macht er sich bemerkbar: „Wie siehst - denn Du - aus?" Karl lehnt am Türstock, immer noch schwer schnaufend, Beate fühlt Oma mit einem ernsten Gesicht den Puls und Oma`s gefürchteter ihr-seid-an-allem-Schuld Blick trifft mich. In dem Moment läuft das pochende schlechte Gewissen über meinen Rücken, durchzuckt ein paar Gehirnwindungen, erzeugt einen Klos im Hals und setzt sich danach hinter meinem Brustbein fest. Der Missetäter ist erkannt... Karl hat seinen normalen Atemrhythmus wiedergefunden und Beate beginnt zu ahnen.
Beate stützt Oma mitsamt Bademantel und Turban, bringt sie rüber ins Schlafzimmer. Da war es wieder, im Flur kommt der nächste Rülpser, was doch die Akustik ausmacht, klingt jetzt viel hohler. Oma vernichtet mich gerade mit Ihrem Augenfunkeln auf dem Kanapee. Der Klos im Hals wird größer, das schlechte Gewissen wächst! Und wenn es doch nicht so harmlos ist, wenn das nicht mehr aufhört? Unwillkürlich stelle ich mir meine Großmutter schaumkauend beim Kaffekränzchen vor. Karl trottet hinterher, weiß nicht so recht was er machen soll, - schimpfen? Am liebsten wäre er jetzt allem aus dem Weg gegangen, nur seine Eckkneipe ist am anderen Ende der Stadt. Beate ist mit Oma im Schlafzimmer verschwunden. Karl dreht um und setzt sich zu mir auf`s Kanapee.
Jetzt war es raus. Ich habe die Wirkung meines Schabernacks unterschätzt, gleich so ein großer Schluck und dann der viele Schaum. Beate flitzt an mir vorbei, würdigt Karl und mich mit keinem Blick. „Ihr Dünnbrettbohrer!"
Meine Großmutter kommt aus ihrem Schlafzimmer, langer Rock, rosablumige Bluse, Brille ganz weit unten auf der Nase. Anscheinend haben die Tropfen den Schaum gebremst! Beate hinter ihr macht immer noch ein saures Gesicht! „Mutter, ... verschwende kein einziges Wort an diese Brut!" Ich warte vergebens auf einen Rülpser im Flur, meine Großmutter und meine Mutter schlagen die Wohnungstür hinter sich zu! Karl und ich sind alleine, ... ein gegenseitiger tiefer Blick in unsere beleidigten Seelen, ... Karl`s Falten sind zu einem zufriedenen Grinsen neben die Augenwinkel gerutscht. „BLUBB...", prustet er heraus, „BLUBB...!"
Mein "neuer" BLUBB Nach einer Textkritik habe ich den "BLUBB" umgeschrieben
"BLUBB", prustet er heraus, "BLUBB!"
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Zu fett
Schnurstracks gehe ich zum Waschbecken, wasche sehr gründlich meine Hände. Ein Arzt kommt immer gut an, wenn er sich vor dem Patienten seine Hände wäscht, eine uralte Medizinerweisheit. Und noch viel wichtiger, während dieser Zeit kann er seinen Patienten beobachten. In diesem Falle ist es, wie gesagt, eine Patientin. Fast attraktiv, wenn da nicht die zu vielen Pfunde wären. Roter Rollkragenpulli, schwarzer Rock, der bis zu den Knöcheln reicht. Kurz geschnittene brünette Haare, hübsches Gesicht. Grünbraune Augen funkeln herüber zu mir an's Waschbecken. Ihr Dialekt verrät sie als Österreicherin.
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Aus dem Chaos gebiert sich das Nichts (Vorsicht Satire) ...war Einleitung und zugleich Summary einer Vortragsreihe anlässlich einer Teziotentagung im österreichischen Guglhf* jenem imaginären Ort der herbizidisch anmutenden Teziodiaika. In oft geübter maniristischer Kritiklosigkeit wurde von den Teilnehmern, die sich selbst Guglhfianer nennen, eine apodiktische Antithesyme aufgestellt, die die aus aller Welt angereisten Fachjournalisten vor ein utopianisches Nirawanega stellte. *das ist kein Schreibfehler "Guglhf" schreibt sich so!
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Selbstgespräch über die Maul und Klauenseuche (MKS) Wie heißt das Ding? ... Virus? ... M.K.S. Virus? Nee, das iss'n Ding! Und das kommt jetzt da rüber, über die Grenze. Darf das denn man so? So einfach rüber machen über die Grenze? Ich weiß nicht! Muss das man nicht über unsere Krankenkasse... gemeldet werden? Nein? Das iss' aber n Ding! Wie heißt die? ...Gesundheitsministerin? Und die tut das bestimmen? Und wenns de mal krank bist? Von dem M.K.S. Virusdingensens... ich weiß das doch nich so genau? Ach nee... kann'ste gar nicht von? Krankwerden mein ich! Öha... aber die Viecher, die können... vom dem M.K.S. Dingensens, ja? Und warum dürfen dann die... Ach jetzt... die schleppen diese Virens mit rüber. Was es nit alles gibt! Hochansteckend? Siehs'de, man lernt nie aus! Das kann auf das Mettwurstbrot auch sein? Das is aber ne Sauerei, das... mitten auf das Mettwurstbrot! Vor der Grenze musste alles aufessen? Die passen da auf... duu! Und das Butterbrotpapier schön entsorgen... in die Kontainers! Geht dann zum Sondermüll... gewiss, auch das Butterbrotpapier! Wenn nu einer ganz heimlich... was verstecken tut? Mal angenommen... so'n infiziertes Butterbrotpapier nicht entsorgen tut? Kriegt der dann was auf die Mütze? Nur mal so angenommen... der geht pfeifend über die... na, über die Grenze... Pfeifen tut der... sieht ganz harmlos durch die Wäsche... bekuckt sich die Blümchens am Wegesrand und tut gar nicht auffallen. Hat aber das Butterbrotpapier in seine rückwärtige Hosentasche stecken! Wie merkt der Zöllner dann dieses gefährliche Butterbrotpapier in dem seine Tasche? Merkt der das denn? Und dann infektioniert der eine ganze Nation... mit sein Butterbrotpapier? Ich sach mal, das iss ja was am gefährlich werden! Wenn das in die Epidemie kommt, das Ganze... alles wegen dem Virus aus der Mettwurst. Infizierte Grüße vom Fabrizius |
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Die Übermacht Mit Minderheiten kann sie nicht umgehen. Ewig polternde Übermachtsoldaten fühlen sich nur in der Masse der Gleichgesinnten wohl. Da können sie mit markigen Sprüchen die rechten Parolen austauschen, das Wort Toleranz kommt in ihrem Vokabular nicht vor. Mehrheiten sind für sie ein Instrument der Macht, neben der Mehrheit kann keine Minderheit mehr geduldet werden. Macht herrscht vor Demokratie. Worte wie Opposition werden nicht akzeptiert, sie werden nur geduldet. Ohne Opposition wäre Macht viel besser - und das lässt man Andersdenkende sehr oft spüren. Andersdenkende werden, wann immer möglich, ausgegrenzt. Politik wird in Gut und Schlecht eingeteilt, nicht in Meinung und Gegenmeinung - und so wird es auch dem Bürger präsentiert. Sie selbst sind die Guten, alle Anderen sind die Schlechten. Das konnte der Klerus im Mittelalter mit Analphabeten machen, heute muss man das schon subtiler anstellen - nicht so offen und plump. Was früher die offene Drohung um Leib und Leben war ist heute verpackt in der Existenzangst, in gesellschaftlichem und wirtschaftlichem Abseits. Die Wirkung ist die gleiche. Als Minderheit hast du keine Chance, als Minderheit bist du schlecht, - die Übermacht ist gut. Keine Chance die Idee einer Minderheit einem breiten Publikum vorzustellen, die Mehrheit blockiert, - zensiert, - lässt es nicht zu!
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