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Jonathan
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- Der
Schraubverschluss fiel zu Boden.
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Jonathans Hände zitterten.
- Noch
auf der Bettkante führte er mit einer fahrigen Bewegung die Flasche zum Mund.
Gierig steckte er den Flaschenhals zwischen die Lippen.
Ein Brennen auf der Zunge, ein Wärmegefühl im Magen.
Das Zittern ließ nach. Erst jetzt stand er auf und ging ins Bad.
Der endlose Tag des Täuschens konnte beginnen.
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- „Herr
Speck, bitte fahren sie heute noch rüber zum Seegatter, dort müssen die
Pampelmusen gezählt werden!“
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-
Jonathan fuhr herum, schaute aus dem Badezimmer, rannte rüber in die Küche,
ins Wohnzimmer. Da war niemand. Diese Stimme hörte er öfters. Sie sagte
unsinnige Dinge zu ihm.
- Ein
Schluck aus der Flasche, ruhig, ganz ruhig. Mit dem Kopf lehnte er am
Türrahmen. Beide Arme hingen schlaff am Körper, die Schnapsflasche hielt er
zwischen Zeige- und Mittelfinger.
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- In der
Küche kramte er eine Scheibe Brot aus dem Schrank. ‚Die Pampelmusen zählen’ –
so ein Schwachsinn. Nach dem ersten Bissen würgte es ihn. Über dem Ausguss
erbrach er sich. Das Brennen im Magen wurde stärker. Ein letzter Schluck noch.
Die leere Schnapspulle stellte er hinter den Küchenschrank zu den anderen.
- Aus der
Schublade fingerte er eine Packung Zigaretten.
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-
‚Pampelmusen, wie sehen die überhaupt aus?’
-
- Der
Hustenanfall nach dem ersten Zug zwang ihn erneut an den Ausguss.
- Im
Kühlschrank schaute er nach, - nichts.
-
Jonathan suchte im Wohnzimmerschrank, hinter dem Nachttisch. Dabei wusste er,
dass kein Schnaps mehr im Hause war.
- So
konnte er nicht unter die Leute gehen. Jonathan fuhr sich durch die Haare, die
Kippe ertränkte er im Wasserstrahl. Das Erbrochene spülte er weg.
- Die
Zigaretten - reichten nicht bis Mittag.
- Jetzt
musste er ruhig bleiben. Schnaps konnte er nachher besorgen. Erst mal
anziehen.
-
- ‚Nein,
geh weg!’
- ‚ich
will nicht!’
-
Zusammengekauert auf dem Sofa schlug Jonathan ins Leere. Er zitterte am ganzen
Körper.
-
‚verschwinde!’
- ‚ich
will nicht!’
- Beide
Knie zog er bis zur Brust. Er lies sich auf die Seite fallen und wühlte seinen
Kopf in das Kissen hinein.
- Das
Wimmern und Schluchzen dauerte an.
- Im
nächsten Moment schleuderte Jonathan das Kissen gegen den Plattenspieler,
sprang auf und blieb wie hypnotisiert stehen.
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- So
wollte er nicht vor die Hunde gehen, so nicht.
-
Immerhin konnte er mit dem Trinken aufhören, - wenn er nur wollte.
-
-
Jonathan holte die Reisetasche aus dem Schlafzimmer, verstaute alle leeren
Schnapsflaschen darin. Jeans und Hemd waren gleich angezogen.
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- „Guten
Morgen!“
- „Guten
morgen Herr Speck, haben sie Urlaub?“
-
Jonathan war auf diese Frage nicht vorbereitet.
- Seine
Nachbarin wechselte selten ein paar Worte mit ihm. Außer einem ‚Guten Morgen’
oder einem ‚Guten Tag’.
- „Hab’
mir heute frei genommen!“
- Sie war
schon wieder hinter ihrer Wohnungstüre verschwunden.
- Die
Flaschen wanderten in den Glascontainer.
-
- Sollte
er zu diesem Psychologen gehen?
- Morgen,
halb drei. Vor vier Wochen hatte er den Termin abgesagt.
- Aber
morgen will er hingehen.
- Der
wurde ihm von Azze empfohlen. Azze hatte es trotzdem nicht geschafft. Ist im
Vollrausch an seinem eigenen Erbrochenen erstickt. Die arme Sau. Über eine
Woche lag er tot in seiner Wohnung.
- So was
soll ihm nicht passieren. Ab heute ist Schluss mit dem Trinken.
- Schluss
!
-
- Wie
sehen Pampelmusen aus ?
-
-
Jonathan musste lächeln.
- Er nahm
die Reisetasche und ging zurück in seine Wohnung.
-
- Kaffee?
Irgendwo musste er noch Kaffee haben.
- Der
Wasserkocher stellte sich automatisch ab. Der Nescafé schwappte über, soviel
Zucker schüttete er dazu.
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- Was ist
da in der Zuckerdose?
- Sein
Gewissen nagte – da drinnen – seine heimliche Reserve.
- Daran
hatte er gar nicht gedacht.
- In der
Zuckerdose waren zwei Flachmänner drin. Von außen nicht zu sehen.
- Die
hatte er vergessen.
-
-
Jonathan würgte, verschüttete den Kaffee.
- So gut
ging es ihm die paar Minuten.
- So
wahnsinnig gut.
- Zittrig
holte er den Schnaps aus der Dose.
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- ‚Wirf
ihn weg!’
- Der
Schluck Kaffee belebte. Viel Zucker, das mochte er schon als Bub.
- ‚warum
wegwerfen?’
-
Unscheinbar standen sie vor ihm.
- Ein
Knack und sie wären auf.
-
‚Schütte sie in den Ausguss!’
-
-
Jonathan stand auf, spülte die Tasse unter dem heißen Wasser ab. Übertrieben
rieb er sie mit dem Geschirrtuch trocken. Er vermied jeden Blick hinüber zum
Küchentisch.
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- ‚Weg
damit!’
-
-
Umständlich verstaute er den Wasserkocher im Küchenschrank. Die Tasse stellte
er auf dem Regal ab.
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- ‚Die
hab ich vor Wochen im Zucker versteckt – ich habe es nicht mehr gewusst!’
- Der
Blechdeckel der Zuckerdose klemmte beim Zudrehen.
- ‚Wenn
ich sie jetzt austrinke, dann sind sie weg.’
-
- ‚Wenn
ich jetzt nicht damit anfange, dann schaffe ich es nie.’
-
-
Jonathan nahm die Schnapsflasche.
- Er
spürte wie der Verschluss nachgab, gierig soff er den Flachmann aus.
- Jetzt
war es schon egal, ‚knack’ – die zweite war offen!
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- Er
weinte; das Täuschen ging weiter.
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