Das Objekt: Gehsteig mit
überdachter Bushaltestelle und Balkon nach hinten
ist eine surreale Vorstellung. Ist der
Balkon nach hinten schon sehr schwer an einer Bushaltestelle zu
vermitteln, so scheint es doch möglich zu sein. Daneben sind Gully und
fehlender Fassadenputz eher Alltag. Aber was die Zeichnung surreal
macht, es fehlt jede Reklame, keine Werbung, kein Plakat, - nichts
dergleichen, das ist bei einer Bushaltestelle insbesondere mit Balkon
nach hinten unmöglich. Nach genauerem Besehen grenzt aber was
vollkommen anderes die Komposition viel mehr ein.
Es ist das
H,
es steht ganz bieder für Halt. Deutsch halt, gerade noch
hinnehmbar in der benachbarten Alpenrepublik. Somit kann das Objekt
Gehsteig mit überdachter Bushaltestelle und Balkon nach hinten
keinem internationalen Publikum vorgestellt werden und nationales
Mäzenatentum in bundesrepublikanischen Landen für Konzeptionskunst ist
nur rudimentär vorhanden.
Die absolute Leere jenseits des Balkons
lässt den Betrachter ins Grübeln kommen. "Warum ist da nichts?", fragt
er sich, blickt seitwärts auf den bröckelnden Putz und versteht gleich
gar nicht warum die Backsteine akkurat im Verbund gezeichnet sind und
hinter dem Balkon nach hinten gar nichts mehr ist. So was wirkt
unfertig - und genau das war dem Künstler bewusst. Zu diesem Zeitpunkt
hatte er nämlich sein opulentes Sonntagsfrühstück beendet und anschließend
keinen Bock mehr einen Hintergrund für den Balkon nach hinten zu
zeichnen.