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Zurück Roma aeterna

  Rom die ewige Stadt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

St. Peter 1555

oben
Diese Radierung ist eine Rarität. Die monumentale Kuppel des Petersdoms ist gerade im Bau. Und doch wird sie die Spannweite des antiken Pantheons nicht erreichen. Der Obelisk steht noch nicht auf der Mitte des Platzes.

 

rechts
Diese Radierung entstand 1593. Die Kuppel ist fertig, der Grundriss der Kirche entspricht einem griechischen Kreuz. Erst später wurde dieser Grundriss aufgegeben.  Der Obelisk hat seinen Platz gefunden

St. Peter 1593

.Die Säulen des Pantheon

Vielleicht ist es der schönste Platz in Rom, die Piazza Rotonda mit dem alles beherrschenden Pantheon. Doch kaum ist dieser Gedanke zu Ende gedacht schon zweifelt man wieder um seiner Aussage, "der schönste Platz". Speziell in Rom sind diese Superlative schwierig zu gebrauchen. Was ist schon das Schönste? Schön zum anschauen? Schön zum Träumen? - Sei`s d´rum! Sehr gerne sitze ich vor diesem mächtigen Bauwerk, mal auf den wenigen Stufen des Brunnens in der Mitte der Piazza, mal unter den mächtigen Säulen des Eingangsportals. Das sind Momente in meinem Leben gewesen auf die ich nie verzichten wollte. Je näher ich mich solch einer mächtigen Säule nähere, desto beklemmender das Gefühl der Vergänglichkeit, desto kraftstrotzender der kalte Stein. Zögernd berührt man diesen Stein. Himmelwärts strebend haben diese Säulen eine über zweitausendjährige Geschichte über sich ergehen lassen. Monumental begleiten sie die vorbeigehenden Menschen, erinnern an antike Baumeister, die bis auf den heutigen Tage zu den Besten zählen, die die Menschheit hervorgebracht hat.  In Sekundenschnelle geht mir das durch den Kopf, wenn ich durch den Portikus in das innere dieses antiken Tempels gehe. Ich scheue mich das Pantheon als Kirche zu bezeichnen obwohl es schon recht früh in der Geschichte des Papsttums als christliche Kirche umfunktioniert wurde (608). Geblieben ist kein sakrales christliches Bauwerk sondern ein erhabenes antikes Monument aus der Blütezeit des Römischen Imperiums jenseits aller christlicher Frömmelei. Hier spürt man die alten, die heidnischen Götter Rom`s. Das Pantheon wurde geschunden, aber selbst die Barberini konnten diesen antiken römischen Tempel nicht gänzlich zerstören. Die riesige Kuppel hat noch die gleiche Faszination wie vor Zweitausend Jahren. Flutet das Licht durch die Öffnung in der Kuppelmitte in mein Gesicht, dann spüre ich mich den alten Göttern nahe. Alles was heute in diesem Bau untergebracht ist wird dann nebensächlich. Kein Raffael, kein Umberto kommt an die Dimensionen heran, die ich im Geiste erklimme. Dieses raumumgreifende Monument erlebe ich jedes mal mit einer andachtsvollen Stille und mit ehrfurchtsvollen Respekt. So allumfassend die Wirkung im inneren ist, so vollkommen wird sie dem Betrachter von außen. Wieder vorbei an den Säulen des gewaltigen Portikus spürt man den Hauch der Antike. Die Säulen beginnen mir über jene Zeit zu erzählen. Meine geistige Zwiesprache ist alles andere als eine billige Gefühlsduselei. Es ist intensive Vorstellungskraft. Schon zu allen Zeiten haben diese Säulen ihre Macht gegenüber den Menschen demonstriert. In archaischer Festigkeit können sie jedem demonstrieren, was Stabilität und Zuverlässigkeit ist. Kaiser kamen und gingen, die Macht wechselte berauschend schnell, die steinernen Zeugen einer statischen Macht aber waren und sind unbestechlich und absolut gegenwärtig. Diese Säulen demonstrieren und zelebrieren ihre Jahrhunderte. Die Steinmetze, die diese Pracht geschaffen haben, waren den Göttern näher. Auch wenn man ein paar mal diese Säulen umrundet, so ganz ergründen kann man sie nicht. Kleine und kleinste Schrammen und Schrunden in dem harten Marmor versuchen eine ehrliche Geschichte zu erzählen. Dann wird es schon symbolhaft, wenn eine zierliche Kinderhand diese aufstrebenden Kolosse berührt. Unwillkürlich erwartet man, dass irgend etwas passiert. Kalter Stein in der Berührung einer unendlich zarten und warmen Kinderhand. Hier ist etwas für die Ewigkeit geschaffen, das immer wieder neues Leben fasziniert. Ewiges junges Rom

 

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