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Eigentlich wissen wir es. Wir waren schon so oft in Rom. Aber trotzdem, es ist immer wieder ein Genuss den “Noch-nicht-in-Rom-Gewesenen” zu sagen was Sache ist! Also, vergesst alles was mit “in-sich-hinein-futtern” zu tun hat. Vergesst Teller mit “bis-zum-Rand-gefüllter-Pampe”. Zwischen Nahrungsaufnahme und Genießen liegen Welten. Kommt mit in die Höhen der Gaumenfreuden und der schmeckbaren Sinnlichkeit. Fangen wir von vorne an. In den engen Gassen der römischen Altstadt findet sich irgendwo links oder rechts ein Geschäft. Genau - so etwas gibt es bei uns nicht mehr! Ein Alimentari, ein Lebensmittelgeschäft. Schon wenn wir uns durch den Eingang zwängen, müssen wir aufpassen, dass wir nicht mit dem Kopf an die aufgehängten Schinken und Würste stoßen. Über und über beladen sind die Regale. Der erste Gedanke, passt soviel überhaupt rein in diesen Laden - nun es passt! Hinter der Theke Verkäufer (commeso) und Verkäuferinnen (commesa). Diese Köstlichkeiten, - daran müssen wir uns erst gewöhnen. Aus duzenden von Schalen und Behältnissen lächeln uns die Zubereitungen entgegen. Es wäre jetzt absurd all das aufzuzählen. Hunderte, nein Tausende von Versuchungen locken. Von dem was, von diesem da soviel, grazie, das auch noch. Ein Happen vom Prosciutto wird probiert, da kommt was dazu, Formaggio haben wir noch nicht, pane, natürlich, pane brauchen wir auch! Vino, muss sein, Vino, viele Regale voller Vino bianco e Vino rosso, werden durchgeschaut. Ein freundlicher commeso hilft, ist nie aufdringlich, berät, weiß einfach, dass wir genießen wollen. Es ist geschafft, in einem „Alimentari“ haben wir alles gekauft was wir für ein Mittagsmahl brauchen. Wir haben dort schon angefangen zu Genießen! Ohne einen einzigen Bissen verschlungen zu haben sind wir zum buongustaio (Genießer) geworden. Alles eingepackt in Tüten, Papier, Plastikschalen verziehen wir uns irgendwo hin. In einen Park, auf eine Marmorbank, es gibt so viele davon in Rom. Wir setzen uns, das Mahl ist bereitet, buon appetito, eccellente! Wir gestikulieren, probieren, schmecken, kosten, sind fröhlich, reichen das Brot rum, schenken Wein ein, prüfen die mozzarella; der prosciutto wird auf der Zunge zerlegt; die Salami, stark gewürzt verlangt nach einem Schluck Vino, dem ein Bissen pane folgt! Genießen, das ist genießen, genießen mitten in ROM! Aber das war nur der “Mittagstisch”. Römer gehen Abends nicht vor 21 Uhr essen. Und dann “gehen sie essen”! Die kleinste Trattoria oder Hostaria ist gewappnet für unsere Gaumenfreuden. Aber das erzähle ich Euch ein anderes mal. Ich habe noch eines vergessen. Nach dem Genießen auf der Parkbank ist der erste Weg in eine bar. Dort bekommen wir einen Espresso, und der ist grandioso! Weil nämlich Espresso immer ganz frisch zubereitet werden muss damit er die erlahmenden Sinne nach dem pasto (Mahl) stimuliert. Freuen wir uns auf den Nachmittag, ich verspreche Euch weitere Köstlichkeiten und römisches Flair! SALUTE AMICI DI ROMA Natürlich sind wir nicht nur in Rom um zu Schlemmen. Genießen heißt ja nicht nur Essen und Trinken. Genießen für die Seele. Rom hat tausend, abertausend Gesichter. In diesen Gesichtern spiegeln sich Antike und Moderne. Jede Sekunde in Rom ist kostbar, ja unersetzlich. Das ganz oberflächlich betrachtete “Nichtstun” in einem Straßencafé hat in Rom seinen tieferen Sinn. Beschreiben kann ich das nicht, dafür gibt es keine Worte, das musst du erleben, da musst du mit dabei sein. Zuhören, wenn der Werner aus seinem Reiseführer ein paar passende Worte vorliest. Zuschauen, wenn der Superiore in seiner unnachahmlichen Art in einem Alimentari einkauft. Teilhaben, wenn sich Achim mit einem zufriedenen Gesicht auf einer Marmorstufe niedersetzt, oder wenn Günther an einem der vielen Brunnen seine Wasserflasche füllt. Zu Fuß durch enge Altstadtgassen, zu Fuß auf grandiosen Piazzas, zu Fuß vorbei an prunkvollen Palazzi. Mit dem Bus ein Stück fahren weil die Füße schon weh tun. Hinein in eine Bar auf einen Espresso (Dröhnung), vorbei an der Aurelianischen Mauer, vor-sich-hindösen im Gras auf dem Palatin. Lateinische Texte und Zahlen entziffern an Portalen und Mauern. Einfach glücklich sein in Rom.
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Genießen auf dem Aventin Im Park neben Santa Sabina auf dem Aventin halten wir Mittagsrast. Vorher haben wir die Köstlichkeiten eingekauft die unser Mittagsmahl so berühmt machen. Eingelegte Oliven, Tomaten, Artischocken, frische Mozzarella, Schinken, Wurst, Brot und Wein. Eine einfache Aufzählung, aber Pane ist nicht nur Brot und Prosciutto ist nicht einfach Schinken, geschweige denn die Antipasti mit eingelegten Oliven zu vergleichen. Der blaue Himmel, die Sonne, Orangenbäume voller Früchte, unten der Tiber, der Blick hinüber zum Petersdom. Mit strahlendem Lachen werden die dünnen Scheiben mit dem Messer aufgespießt. Ein kräftiger Bissen Pane wird mit vino bianco runter gespült. Nichts auf der Welt könnte jetzt noch schöner, noch besser sein. Ein Mittagsmahl auf dem Aventin, das ist das Allergrößte. Salute Amici di Roma. Der Superiore strahlt über das Gesicht. Man muss jetzt gar nichts sagen, zwei Freunde verstehen sich auch so. "Mensch Schosi - herrlich" mit diesen einfachen Worten räkele ich mich auf der Marmorbank - "Salute" - Und der Schosi strahlt immer noch, kauend und Wein trinkend. Über den Dächern von Rom Mit einem Rucksack voller Köstlichkeiten waren die Amici schon früh vom Vatikan aus aufgebrochen. Der Dichter Torquato Tasso verbrachte (16 Jh.) im benachbarten Kloster von Sant`Onofrio seine letzten Tage. Eine uralte Eiche am Fußweg zum Gianicolo trägt noch seinen Namen. Vorbei am Kinderkrankenhaus Bambino Gesu führt unser Weg zum Manfredi Leuchtturm. Italienisch stämmige Argentinier haben der Stadt Rom den Leuchtturm zum Geschenk gemacht. Bei strahlend blauem Himmel lassen wir uns zu Füßen einer prächtigen Marmorsäule nieder und genießen all die Köstlichkeiten, die wir vorher in einem Alimentari eingekauft haben. Prosciutto crudo, formaggio, pane, Vino bianco e aqua minerale. Eine kleine Siesta hilft die Mittagszeit auf dem Gianicolo zu überbrücken. Gut gestärkt und voller Tatendrang geht es weiter auf schattigen Wegen vorbei am Denkmal von Anita Garibaldi, der brasilianischen Ehefrau des großen Heerführers. Schräg gegenüber die Villa Lante, in der die Finnische Botschaft untergebracht ist. Oben angekommen genießen wir die Aussicht über die Dächer Roms. “Rom oder Tod” - "ROMA O MORTE", die Inschrift an Garibaldis monumentalem Reiterstandbild bringt uns in die junge Geschichte Italiens. 1849 griff die französische Armee Rom an, Garibaldi verteidigte die Stadt auf dem Gianicolo. Um Punkt zwölf Uhr wird zu Ehren des großen Feldherrn eine Kanone abgefeuert. Die FONTANA PAOLA ist Endpunkt eines Aquäduktes, die Kaiser Trajan 109 n. Chr. anlegen ließ. Papst Paul V. ließ 1612 diese Wasserleitung herrichten, seitdem versorgt sie ganz Trastevere mit Wasser. Vorbei an der Spanischen Botschaft werfen wir einen Blick auf Bramante`s TEMPIETTO im Innenhof von SAN PIETRO IN MONTORIO, danach geht es bergab vorbei am Botanischen Garten in die engen Gassen von Trastevere. In SAN FRANCESCO A RIPA müssen wir eine “Verzückung” anschauen. Hier ist es die VERZÜCKUNG DER BEATA LUDOVICA ALBERTONI, wer sonst als Bernini konnte diese atemberaubende Gestalt (1674) in Marmor meißeln. In einem Straßencafé geben wir uns einem Gelati hin. Am Brunnen auf der Piazza di Santa Maria in Trastevere versuchen die Amici im Licht der späten Nachmittagsonne den gerade in einer Vinotheka erstandenen Vino bianco e Vino rosso. Müde vom vielen Laufen genießen die Amici das Treiben auf der Piazza. Mit sich selbst und mit allem zufrieden fahren wir mit dem Bus in Richtung Altstadt. Die Amici kommen gerade zu einer deutschen Messe in SANTA MARIA DEL ANIMA recht. Diese Kirche ist über vier Jahrhunderte die Deutsche Kirche in Rom., unweit der Piazza Navona. |
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Dolce – oder der Himmel auf Erden Wir kennen es alle, alleine die Worte sind eine Labsal für die Ohren. Dolce werden zur “Abrundung” einer Mahlzeit gereicht. Dolce sind sinnliche Köstlichkeiten die stark an eine raffinierte Verführung erinnern. All die Leidenschaften eines verwöhnten Gaumens brechen auf, wenn übersinnliche Mächte sich dem normalen Sterblichen nähern. Mit lüsternem Verlangen greifen wir zu den erlesenen Dolce und verwickeln unsere Zunge in ein Liebestaumel, aus dem es kein Entrinnen mehr gibt. Wir schmecken, genießen, werden sinnlich ob der vielen Verführungen. Was ist das alles, diese “Dolce”? Im deutschen übersetzen wir es unromantisch und nicht charmant mit “Nachspeise”. Bei Gott was ein Wort “Nachspeise”. Bei so einem Wort können keine Sinne gelockt werden. Ganz anders beim “Dolce”. Das ist Verheißung, da wird man neugierig, da schwingt Lust auf irgend etwas mit! Genau das ist “Dolce”! Es wäre jetzt ja so einfach ein paar dieser Köstlichkeiten aufzuzählen. Aber halt, genau das ist eben das “bezaubernde” an den “Dolce”, sie wollen, ja sie müssen entdeckt werden. Die Lust auf eine sinnliche Gaumenfreude will zelebriert werden. Da gibt es noch dieses ominöse Wort aus dem Französischen “Dessert”. Was ist das, ein “Dessert? Kein Vergleich mit “Dolce”. “Dessert” ist farblos, belanglos, etwas, was ich auch noch essen kann. Wie anders ist es mit “Dolce”. Wenn ein Dessert auf teurem Porzellan serviert wird, so kann ein Dolce durchaus auf einer Papierserviette vorgelegt werden. Gourmets werden jetzt ungläubig den Kopf schütteln. In Rom braucht es keine Gourmets, in Rom musst du buongustaio (Genießer) sein! Dann, ja dann braucht es kein teures Porzellan, dann genügt eine Papierserviette. Selbst die Italienisch - deutsche Übersetzung: Dolce - Süß, sanft, mild, Süßspeise, lässt im Stich. “Dolce” kann nicht übersetzt werden, “Dolce” musst du erfahren, erleben, genießen. Wie einfach ist das doch, kein Dessertlöffel, keine Kuchengabel, kein Teelöffel, nein, mit meinen Händen greife ich zum “Dolce”, alles andere, liebe Leser überlasse ich ihrer Fantasie, - das ist das Wort, das “Dolce” am nächsten kommt “Fantasie”. - Na, zuviel versprochen? |
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