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fabuliert und publiziert
F a b r
i z i u s
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Zurück Roma aeterna |
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Rom die ewige Stadt
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Da ist sie wieder die Sehnsucht nach dieser einmaligen Stadt.
Eine kleine Begebenheit kann diese Sehnsucht wecken. Ein neuer
Reiseführer, ein Video, schon brennt es in der Seele. Der Wunsch wird
mächtiger, ist nicht mehr zu unterdrücken. Der Superiore wird
vorsichtshalber gefragt, ob er denn mitfliegen würde. Natürlich würde er,
ein kurzes Zögern, dann ist es heraus. Die zweite Dezemberwoche wird
"in`s Auge gefasst". Von Mittwoch bis Sonntag, so planen wir es. Ulla
besorgt einen günstigen Linienflug mit Lufthansa, voller Erwartung, wie
sieht Rom in der Vorweihnachtszeit aus? Das weckt Neugierde. Solange kann
man keine Seele brennen lassen. ROMA, wir kommen bald. Unsere letzte
Reisebeschreibung wird öfter in die Hand genommen, wird gelesen,
wird durchgeblättert. Das macht Sehnsucht. Was macht diese Faszination
aus? Bei ein paar Leuten stößt das auf absolutes Unverständnis. Die Armen,
sie waren halt noch nie in ROM. Dann können sie diese Sehnsucht natürlich
nicht verstehen. Voller Erwartung und voller Hoffnung viel Bekanntes
wiederzusehen und auch viel Neues zu entdecken. Der Reiseführer wird zur
täglichen Lektüre, er ist schon ganz abgegriffen.
Salute Amici die Roma! |
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Wir kommen wieder
Was
bleibt ist eine intensive Erinnerung an die großen und kleinen
Begebenheiten in der jungen ewigen Stadt. Noch im Abflugsterminal des
AEROPORTO LEONARDO DA VINCI ist dieses intensive Gefühl allgegenwärtig.
Wir kommen wieder, wir vergessen dich nicht ROM. Beklemmung beschleicht
die Brust, so als ob man seine Geliebte für eine ganze Weile verlassen
müsste. Aber immer wieder die Gewissheit, wir kommen wieder. Ein letztes
mal über Lautsprecher die klingende Sprache - “Attenzione” -
ARRIVEDERCI ROMA
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Wochenmarkt
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Ein paar Treppen runter, wir kommen
gerade aus den Vatikanischen Museen. Rechts an der Straßenecke eine
Bar, "due espressi, prego", - 2.000 Lira- nein, nicht für einen,
für beide Espressi. Die "Dröhnung" ist perfekt. Über die Straße, und
hinein in den römischen Markt. Halleluja was für Köstlichkeiten. All die
Früchte des Südens sind angerichtet, sie duften und verführen. Wir
verdrücken gleich ein paar Apfelsinen. Wir kommen aus dem Schauen nicht
heraus. Überall emsige Geschäftigkeit, freundliche Marktleute, lachend
und feilschend. Es ist Dezember in Rom, wir gehen an einem Meer von
Blumen vorbei, eine Farbenpracht, gerade so, als hätte der liebe Gott
seinen Malkasten ausgeschüttet.
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Römische Mamas kaufen ein. Ich kann beim
besten Willen nicht alles aufzählen was sie einkaufen, Fleisch, Gemüse,
Pasta, Gewürze. - Ich weiß nur eines, diese Mamas kochen gut. In großen
Taschen schleppen sie ihre Köstlichkeiten weg.
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Der Superiore verschwindet in einer
Marktgasse, mit "Händen und Füßen" bedeutet er dem Händler, dass er ein
paar Clementinen kaufen möchte, - sie schmecken köstlich! Langsam
schlendern wir weiter, eine Tüte Pistazien macht die Runde, schwatzend
und pistazienkauend verlassen wir den Markt.
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“La vita”, das Leben
Hingekritzelte Worte in mein Notizblock, den ich in Rom
immer dabei habe. Eigentlich ohne Sinn habe ich das hineingeschrieben. Der Superiore ist zum Vatikan gelaufen, ich sitze auf einer Bank, lasse mich
von der Dezembersonne wärmen. 'La vita', - so habe ich es notiert. Vorbei an
prächtigen Auslagen. Da werden die Augen weit. Ich bestaune die modische Klasse, das kann nur Rom! La vita - Kompositionen aus Tuch,
Leder, Seide, Farben, Formen, - einsame Klasse. Aber jetzt kommt der
Hammer, schaut man genau hin, dann sind das keine überkandidelten
Designermodelle mit Primborium und einer Menge Schnickschnack, - nein das
sind ehrliche aber sehr elegante Klamotten, die jeder kaufen und
auch tragen kann.
La vita - Mode für alle – alta moda
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exorbitante!
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Gigantismus und Größe
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Rom hat keine Superlativen, es kommt ohne
sie aus. Es gibt nichts in Rom, was das Schönste, das Höchste, das
Größte ist. Rom hat nur eines, es hat eine schlichte Einmaligkeit. Diese
Komposition der Urbanität, der Geschichte und der gewachsenen Schönheit
macht diese Stadt zum CAPUT MUNDI, zum "Haupt der Welt". Hier ist ein
versteckter Brunnen auf einer der vielen Piazza der Altstadt nichts
Gigantisches, nein es ist eine trinkwassersprudelnde Einmaligkeit. Er
erzählt mit seinem in Stein gehauenen Relief eine Alltagsbegebenheit.
Gespeist von einem der vielen Aquaedukte, die Rom schon seit
Jahrhunderten mit Wasser versorgen, ist diese Fontanella urwüchsiges
Rom. Somit haben der kleine Brunnen in der Altstadt und der
Trevi.-Brunnen alle Gemeinsamkeiten Rom`s, sie sind beide einmalig! Und
das spüre ich in den Gassen Rom`s.
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Schaue in den Handwerksbetrieb, in diesem
Durcheinander von Werkzeugen und Werkstücken arbeiten
Handwerker, Menschen, Römer. Sie arbeiten härter als
so mancher Tourist, der durch diese engen Gassen schlendert. Diese
Altstadtgassen sind keine "Vorzeigekulissen", zurechtgemacht und
herausgeputzt, diese Altstadtgassen sind kompaktes Leben jeden Tag, jede
Stunde neu und oft dramatisch erzählt. Sie sind genau so einmalig wie das
weltberühmte Colosseum.
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Grob behauene Pflastersteine erzählen
eine faszinierende Geschichte für den, der bewusst durch diese Gassen
geht. Ob es das Pflaster in der Altstadt ist, das von einem Arbeiter vor
einem Jahrtausend gelegt wurde, oder das Marmorpflaster des Campidoglio,
entworfen von Michelangelo, beide sind einmalig. Das ist Rom hautnah und
intensiv. Vielleicht versteht jetzt der "Noch nicht in Rom Gewesene",
was in uns vorgeht, wenn wir römischen Boden unter den Füßen
haben. Vielleicht kann er jetzt begreifen wie wir einem nächsten
Rombesuch entgegenfiebern. Wir werden eins mit dieser Stadt. Die Macht
der Einmaligkeit und der Schönheit dieser Stadt fasziniert, sie wirkt
wie ein riesiger Sog, dem man sich nicht entziehen kann.
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- Michelangelo, Bernini, Raffael, Leonardo da Vinci, Die Cosmaten,
Bramante, Borromini
.
Diese Namen, es ist nur eine kleine Auswahl, haben Kunstgeschichte und
Kultur für die ganze Welt geschaffen. Hier in Rom waren sie zuhause.
Einmalige Kunstwerke zeugen von ihrer Größe. Skulpturen, Bilder, Brunnen,
Fresken, Mosaike und Bauwerke sind Zeitzeugen einer Kultur, die einmalig
ist. Hinter diesen Namen verbergen sich Schicksale, unendlich harte Arbeit
und brennendes Bemühen um Vollendung.
2000 Jahre und mehr
Ca 3000 Jahre
römische Geschichte. Von den Anfängen einer kleinen Siedlung am Tiber bis
zu einem Weltreich um sich wieder in der Geschichte aufzulösen. Geblieben
ist eine Stadt, die immer aufs neue verzaubert. Die nach dem Untergang der
Antike fast ausgelöscht erschien, aber schon bald neue Epochen
prägte. Einmaliges Rom! Es brennt in der Seele, die Zeit wird zu lang, die
Sehnsucht so stark! Rom wird zur Droge, verlangt seinen Tribut.
Fra poco siamo a Roma!
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- Buon natale
- Eindrücke aus dem vorweihnachtlichen Rom
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- Strahlender
Sonnenschein, ein tiefblauer Himmel ohne Wolken. Auf der Piazza Venezia
ein bunter Weihnachtsbaum inmitten einer Blumeninsel.
- Die Nachmittagssonne
dringt durch die Strickjacke und wärmt die Haut. Schwatzend geht
es über die Cordonata auf die Piazza del Campidoglio. Die Reiterstatue
von Kaiser Marc Aurel glänzt. Auf den Stufen des Palazzo Nouvo vergnügt
sich ein munteres Völkchen. Genüsslich setze ich mich auf die Balustrade und lasse mir die Sonne ins Gesicht scheinen. Kein Mensch
auf der ganzen Welt könnte mich von diesem Plätzchen weglocken.
- Ich döse vor mich
hin, lese in meinem Reiseführer, genieße die einzigartige Architektur.
Das Auge wandert über Marc Aurel hin zur imposanten Treppe des Palazzo
Senatorio, springt hinüber zum Conservatorenpalast, dessen Eingang schon
im Schatten liegt. Ein einmaliges Ensemble entworfen von einem Meister,
- Michelangelo! Eine Ewigkeit sitze ich so in der Sonne.
- Langsam gehe ich
die Stufen der Cordonata hinunter, links und rechts lasse ich die
Dioskuren hinter mir. Ich schlendere in Richtung Piazza Matthei.
Der Brunnen mit den Schildkröten hat es mir angetan. Die Fontana
delle Tartarughe erfüllt die kleine Piazza mit einer heiteren
Leichtigkeit. Es ist dunkel geworden. Sanftes Licht weist mir den Weg
durch die Altstadtgassen. Ich überquere die Via del Plebiscito,
vorbei an prächtigen Schaufensterauslagen auf dem Corso finde ich mich
in einem Straßencafe vor San Lorenzo in Lucino wieder.
- Wein und Wasser habe ich bestellt. Der spritzige Frascati belebt. Dazu werden
warme Gebäckröllchen gereicht. Genüsslich lehne ich mich
zurück. Abendstimmung in Rom. Die Tische sind fast alle besetzt. Irgend
etwas ist anders. Viele Menschen gehen vorbei. Da fehlt jede
Hektik, da quirlt das Leben, -aber keine Spur von Stress. Der eine geht
zielstrebig die Straße entlang, der andere ist mit seiner Begleitung im
intensiven Gespräch. Eine elegant gekleidete Seniora telefoniert per
telefonino. Junge Menschen ziehen fröhlich an meinem Tisch vorbei. Da
pulsiert das Leben auf der Straße und doch läuft alles ohne Hektik
ab. Schon lange fühle ich mich nicht mehr als Tourist, wenn ich in Rom
bin. Heute am frühen Abend bin ich eins mit dieser Stadt. - TI AMO ROMA -
-
Samstagabendmesse in Santa Maria dell`Anima.
Mittlerweile ist es zur Tradition geworden, dass ich diese
Messe besuche. Gleich hinter der Piazza Navona in der Via della Pace ist
dieses Gotteshaus, das über Jahrhunderte die Deutsche Kirche in
Rom ist. Der majestätige Sakralbau mit seinem düsteren Innenraum spendet
die nötige Inspiration. Hier ist die Messe intensiver, glaubwürdiger,
faszinierender, geheimnisvoller! Friede - pace - das ist es - zufrieden
verlasse ich das Gotteshaus und schlendere über den Weihnachtsmarkt auf
der Piazza Navona. Er ist bunt und fröhlich, dieser Weihnachtsmarkt. Die
im Sommer sprudelnden Brunnen sind still. Drumherum die vielen Buden mit
Weihnachtsartikeln. Alkoholisches wird nicht verkauft, kein Punsch, kein
Glühwein. Die vielen Bar´s um die Piazza Navona haben geöffnet. Auf einen Espresso und einen Campari Soda setze ich mich
nieder und beobachte dieses Treiben auf der Piazza. Auch
hier das turbulente Treiben ohne Hektik. Die düstere Fassade von Sant`Agnese in Agone herrscht über dem
Weihnachtsmarkt. Die Figuren der
Fontana dei Fiumi schauen verloren zu.
Das ganze Jahr über sind sie Mittelpunkt dieser herrlichen Piazza, nur
um die Weihnachtszeit werden sie zur Nebensache, dann nämlich glänzen
die Kinderaugen vor den Marktbuden. Verhalten schaut Berninis “Ganges” auf die vielen Menschen. Die
brasilianische Flagge weht verloren vom Palazzo Pamphili. Rom zur
Vorweihnachtszeit ist ein Erlebnis der besonderen Art! Die Straßen und
Gassen der Altstadt sind voller Menschen, geschäftiges Treiben überall.
Ich schaue in`s Tazza d’Orso, nehme dort einen Espresso. Das
Koffein ist sofort im Blut, alle Lebensgeister sind wach, und um mich
herum die schönste Stadt der Welt - Rom!

Santa Sabina |
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Mein Rom
Wenn auch die aufwendigen
Barockfassaden jedes Herz höher schlagen lassen, wenn auch die
monumentalen Kirchen und Paläste “ins Auge schreien”. Da gibt es noch das
andere Rom, - das “verborgene Rom”. Oft sind es die bescheidenen
“Überreste”, die Rom`s Geschichte wirklichkeitsnäher beschreiben können.
Während meiner vielen Romreisen sind es ein paar Orte, die mir immer
wieder jene Geschichte über dieses “andere Rom” erzählen. Santa Sabina auf
dem Aventin gehört zu diesen Orten. Heidnische Überreste und christlicher
Sakralbau vereinen zwei Welten, - die der Antike und die des frühen
Mittelalters. Du musst intensiver schauen, um all die versteckten
Kostbarkeiten zu sehen. Du musst den Hauch der Antike spüren, wenn du den
korinthischen Säulen im Inneren der Basilika nahe bist. Versunken in eine
“vergessene Welt” - den eigenen Gedanken nachgehend spüre ich den Geist
der Geschichte. Ganz nahe bin ich meinem Rom. Intensiv spüre ich, dass es
keinen anderen Platz im Erdenrund gibt an dem ich mit mir selbst ins Reine
kommen kann. Bewegt vom frühen Christentum schaue ich mit meinen Gedanken
über die Schwelle zurück in eine heidnische Antike.
San Clemente ist
auch solch ein Ort der Stille und des Nachdenkens. Es sind die
Kirchengründungen der Spätantike und des frühen Mittelalters. Der
christliche Einfluss wurde immer wieder durchbrochen durch antike,
heidnische Bauelemente. Hier verschmolzen zwei Welten. Die Neuere konnte
dabei der Alten das Wasser nicht reichen. Trotzdem musste sich die antike
Welt einem neuen Glauben, einer neuen Macht beugen. Rom, einst Mittelpunkt
der damals bekannten Welt verkam zur Bedeutungslosigkeit. Die riesigen
antiken Überreste im ehemaligen Stadtgebiet waren Ruinen, dazwischen
gestreut Dörfer und ärmliche Behausungen. Das einst mächtige Forum Romanum
verkam zur Viehweide. Wo sonst auf dieser Erde ist Geschichte je so
intensiv gelebt worden? Allmählich wird die Zeit und die Gegenwart
relativiert. Unsere modernen Errungenschaften sind nicht so kostbar, sind
nicht so hervorragend, wie wir bei unserer oberflächlichen Betrachtung
immer meinen. Jene Zeit lehrt uns eine andere Philosophie, eine zeitlosere
Betrachtungsweise und vor allen Dingen eine passendere Einstellung zum
Leben und zu unserer Geschichte.
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